Das Wichtigste in Kürze
- Die regierende Demokratische Partei Südkoreas will die Ergebnisse ihrer internen Taskforce zu mutmaßlichen Parteieintritten von Mitgliedern der Religionsgemeinschaft Shincheonji früher als geplant vorlegen.
- Der Bericht soll bei der nächsten nicht-öffentlichen Fraktionssitzung präsentiert werden, statt wie ursprünglich vorgesehen im November.
- Auslöser ist die Forderung von Vorstandsmitglied Han Min-soo nach einer vollständigen Offenlegung.
Was ist passiert?
Am 26. Oktober 2026 forderte Han Min-soo, Mitglied des Obersten Rates der Demokratischen Partei, in einer Sitzung im Parlament die Offenlegung der Untersuchungsergebnisse. Hintergrund sind Vorwürfe, die Parteichef Kim Min-seok im Umfeld des Parteitags am 17. August erhoben hatte: Er sprach von einer „geheimen Allianz“ aus Gegnern von Präsident Lee Jae-myung, innerparteilichen Abweichlern und Shincheonji.
Nach Hans Darstellung hatte der Leiter der parteiinternen Taskforce, Park Sun-won, Anfang Oktober lediglich mündlich und ohne Unterlagen über die Zahl mutmaßlicher Shincheonji-Mitglieder in der Partei informiert; Rückfragen seien nicht zugelassen worden. Han verlangte Angaben dazu, wann die Eintritte erfolgten, wie viele Betroffene tatsächlich abgestimmt haben und ob es eine Absprache zur Beeinflussung des Parteitags gab. Sollten die Vorwürfe unzutreffend sein, müsse dafür Verantwortung übernommen werden.
Parteisprecher Park Sung-joon kündigte daraufhin an, den Bericht bei der nächsten nicht-öffentlichen Fraktionssitzung vorzulegen.
Hintergrund
- Ermittlungen gegen Shincheonji: Eine gemeinsame Taskforce von Staatsanwaltschaft und Polizei ermittelt seit Januar 2026 zu mutmaßlicher politischer Einflussnahme durch Shincheonji. Der Leiter der Gemeinschaft, Lee Man-hee, wurde am 24. Juni 2026 festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, rund 50.000 Anhänger zum Eintritt in die oppositionelle Partei People Power Party angewiesen zu haben.
- Vorwürfe gegenüber der Demokratischen Partei: Im Juli 2026 erhob Kim Min-seok, damals Kandidat für den Parteivorsitz, ähnliche Vorwürfe mit Blick auf die eigene Partei. Die staatliche Taskforce kam zu dem Ergebnis, dass Shincheonji den Eintritt von Anhängern in die Demokratische Partei nicht zentral organisiert habe.
- Parteiinterne Prüfung: Nach seiner Wahl zum Vorsitzenden richtete Kim am 24. August eine Taskforce zur Überprüfung der Mitgliederbestände ein. Am 14. Oktober erklärte er, es sei ein „beträchtliches Ausmaß“ an kollektiven Eintritten festgestellt worden.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist Shincheonji? Shincheonji („Neuer Himmel, neue Erde“) ist eine 1984 von Lee Man-hee in Südkorea gegründete christliche Religionsgemeinschaft.
Was wird der Demokratischen Partei vorgeworfen? Parteichef Kim Min-seok behauptet, Shincheonji-Mitglieder seien in größerer Zahl in die Partei eingetreten und hätten gemeinsam mit innerparteilichen Gegnern den Parteitag beeinflussen wollen. Belege dafür wurden bislang nicht veröffentlicht.
Wann wird der Bericht vorgelegt? Bei der nächsten nicht-öffentlichen Fraktionssitzung der Demokratischen Partei; ein genaues Datum wurde nicht genannt.
Quellen
- JKN: Demokratische Partei: Vorwürfe über eine „Shincheonji-Allianz“ werden bei nächster nicht-öffentlicher Fraktionssitzung thematisiert
- Kyunghyang Shinmun: Kim Min-seok: „A considerable degree of collective Shincheonji enrollment confirmed“
- Kyunghyang Shinmun: Kim Min-Seok: Investigation into alleged Shincheonji interference largely wrapped up
- CBS NoCut News: Why is Kim Min-seok talking about Shincheonji?
- CBS NoCut News: Shincheonji did not systematically coerce Democratic Party membership