Mehrere Berichte der Vereinten Nationen (UN) haben sich in einer offiziellen Mitteilung an die nigerianische Regierung gewandt, um auf schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen im Norden und Zentrum des Landes aufmerksam zu machen. Laut einer Pressemitteilung der Menschenrechtsorganisation ADF International wird in dem Schreiben ein systematisches Muster der Verfolgung durch radikalislamistische Milizen und andere bewaffnete Gruppen beschrieben.
Besonders christliche Frauen und Mädchen sind demnach im Alltag sowie in Lagern für Binnenvertriebene stark gefährdet. Sie seien überdurchschnittlich oft von religiös motivierter Gewalt, Entführungen, sexueller Gewalt, Zwangskonversionen und Zwangsheiraten betroffen. Die UN-Experten weisen darauf hin, dass auch lokale Scharia-Auslegungen und Blasphemie-Gesetze die Gewalt gegen religiöse Minderheiten verschärfen.
Die nigerianische Regierung wird von verschiedenen Seiten dringend aufgefordert, Sicherheits- und Rechtsreformen umzusetzen, die Vorfälle lückenlos aufzuklären und die Religionsfreiheit für alle Bürger zu garantieren. Ein vollständiger Bericht der UN-Experten soll nach Ablauf einer 60-tägigen Antwortfrist für die nigerianische Regierung veröffentlicht werden.