Zum Inhalt springen

Die Grundsatzerklärung zu Menschenrechten und Demokratie von Shincheonji Frankfurt

Die Grundsatzerklärung zu Menschenrechten und Demokratie von Shincheonji Frankfurt
Screenshot Webseite
Veröffentlicht:

Auch Shincheonji Frankfurt hat sich nach ausführlicher Beratung und Information für eine Grundsatzerklärung entschieden. Insoweit berichteten wir bereits über eine vergleichbare Erklärung der Scientology Kirche in Deutschland.

Die konkrete ausführliche Erklärung von Shincheonji Frankfurt findet man hier ganz unten:

Unsere Gemeinde | Shincheonji Frankfurt
Lerne die Gemeindeleitung und die Struktur von Shincheonji Frankfurt kennen. Ein Ort der Begegnung und des gemeinsamen Wachstums.
Präambel
Der Auftrag unserer Gemeinde ist geistlicher Natur. Wir bezeugen das Wort Gottes und die Erfüllung der biblischen Verheißung. Wir streben keine weltliche Macht an, wir beanspruchen keinen Anteil an staatlicher Herrschaft, und wir verfolgen keine politischen Ziele. Was wir anbieten, ist die Auslegung der Schrift; was wir suchen, ist der freie Entschluss des einzelnen Menschen. Der Bibelkurs unserer Bildungseinrichtung ist unentgeltlich, weil das Wort Gottes nach unserem Verständnis nicht verkäuflich ist: „Wer will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Offenbarung 22,17). Aus demselben Grund kann niemand zum Glauben gezwungen werden. Ein Glaube, der nicht frei ist, ist nach unserer Überzeugung kein Glaube.
Aus unserem Glauben folgt unmittelbar unsere Haltung zur Würde des Menschen. Gott hat den Menschen nach seinem Bild geschaffen (1. Mose 1,27). Daraus ergibt sich für uns, dass jeder Mensch denselben, unverfügbaren Wert besitzt – unabhängig von Herkunft, Staatsangehörigkeit, Geschlecht, Alter, Behinderung, sozialer Stellung, Weltanschauung oder religiöser Zugehörigkeit. Diese Überzeugung ist für uns keine Anpassung an eine äußere Erwartung, sondern eine Folge dessen, was wir lehren. Die Einladung, die wir aussprechen, richtet sich an alle Menschen; wer sie nicht annimmt, verliert dadurch in unseren Augen nichts von seiner Würde.
Unsere Frankfurter Gemeinde ist zugleich von der Lebenserfahrung ihres Gründers geprägt. Vorsitzender Lee Man-hee wurde 1931 in Korea geboren und erlebte den Koreakrieg als Soldat an der Front. Was er dort gesehen hat – dass es die jungen Menschen waren, die geopfert wurden, und dass dies um der Macht willen geschah –, bestimmt sein Verständnis von Verantwortung bis heute. Daraus folgt für unsere Gemeinde eine Haltung, die wir seit Jahren auch öffentlich vertreten: dass Streit durch Gespräch und nicht durch Gewalt beizulegen ist, dass Recht der Macht Grenzen setzen muss und dass Glaubensfreiheit kein Vorrecht einzelner Gemeinschaften ist, sondern allen zusteht. Die vorliegende Erklärung überträgt diese Haltung auf die Verhältnisse der Bundesrepublik Deutschland.
Wir geben diese Erklärung aus eigenem Entschluss ab. Sie ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Sie ist auch keine Antwort auf einzelne Vorwürfe, sondern der Versuch, von uns aus einen Maßstab zu benennen, an dem man uns messen kann und an dem wir uns messen lassen wollen. Wo über uns Annahmen bestehen, die unserem Selbstverständnis widersprechen, sollen sie durch diesen Text dauerhaft ausgeräumt sein. Wir verpflichten uns nur zu dem, was wir auch zu halten gedenken.

Quelle

Der Volltext ist hier veröffentlicht als PDF:

https://frankfurt.shincheonji.de/assets/Grundsatzbekanntmachung.pdf

Wesentliche Grundbekenntnisse

Ich verzichte auf einen Fullquote, da jeder die obigen Links selbst anklicken und lesen kann. Ich möchte trotzdem wesentliche Grundbekenntnisse herausarbeiten:

Bedeutung dieser Grundbekenntnisse

Wer die Achtung der Menschen- und Grundrechte auf seine Fahnen geschrieben hat, der kann kein Verfassungsfeind sein.

Natürlich kann man nun sagen: Aber was wenn die sich nicht daran halten? Dann haben wir eine normale Religion mit normalen Menschen, bei denen manche Fehler machen und andere nicht. Was aber nicht nur für das Sektennarrativ und Sekte als Kampfbegriff relevant ist, ist die Tatsache, dass dann gerade keine verfassungsfeindlichen Bestrebungen der Organisation/Kirche/Religion vorliegen können und damit per se "Sekte" als destruktive Gemeinschaft nicht vorliegen kann (weshalb wir lieber von gesellschaftlich stigmatisierten Gruppen sprechen als von "Sekten").

Anderen Gemeinschaften, die sich Pressekampagnen und "Aufklärung" durch "Experten" mit Kritik an ihrer Organisation ausgesetzt sehen, empfehle ich, vergleichbare, aber individuelle Verfassungs- und Gesetzesbekenntnisse in ihre Hausverfassungen/Hausregeln aufzunehmen.

Mehr Infos zu Shincheonji auf FOREF.

English Version available on Substack here or as pdf here:

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

Alle Artikel

Weitere in Dossier

Alle anzeigen

Weitere von Michael Langhans

Alle anzeigen