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„Der neue Jude“ – Zeev Avrahami über das deutsche Bild von Juden und Israelis

„Der neue Jude“ – Zeev Avrahami über das deutsche Bild von Juden und Israelis
Screenshot des Originalartikels auf https://www.juedische-allgemeine.de/israel/der-neue-jude/

In einem Essay für die Jüdische Allgemeine beschreibt der Berliner Israel-Korrespondent Zeev Avrahami, warum seiner Ansicht nach viele Deutsche den Unterschied zwischen Diaspora-Juden und Israelis nicht verstehen wollen.

Zeev Avrahami, Deutschland-Korrespondent der israelischen Tageszeitung Yedioth Ahronoth, hat am 2. November 2026 in der Jüdischen Allgemeinen einen persönlichen Essay mit dem Titel „Der neue Jude“ veröffentlicht.

Ausgangspunkt ist der Zwischenfall auf einem flydubai-Flug nach Tel Aviv. Dort überwältigte ein israelischer Passagier einen Messerangreifer und verhinderte den Absturz der Maschine. Während die Welt staunte, hätten Israelis darüber nur die Schultern gezuckt, schreibt Avrahami.

Der Autor beschreibt, dass er sich in Deutschland wegen des gestiegenen Antisemitismus öffentlich nicht mehr als Jude zu erkennen gebe. Dennoch empfinde er oft Mitleid mit den Deutschen. Sie seien zwar stark auf Israel fixiert, verstünden aber den Unterschied zwischen der jüdischen Diaspora und den Israelis nicht.

Nach Avrahamis Darstellung erwartet die deutsche Gesellschaft das Bild eines Juden, der Schläge hinnimmt und anschließend über sein Leid schreibt. Den selbstbewussten Israeli, der sich wehrt, kenne sie dagegen nicht. Als Kontrast nennt er die Proteste deutscher Studenten gegen das neue Wehrpflichtgesetz. Ihnen stellt er junge Israelis gegenüber, die ihr Land verteidigen.

Avrahami kritisiert außerdem, dass deutsche Medien vor allem säkulare, liberale und aschkenasische Stimmen zu Wort kommen ließen. Die Mehrheit der israelischen Gesellschaft bleibe dabei unbeachtet, etwa orientalische, religiöse und traditionelle Israelis. Die Berichterstattung über Israel hält er für einseitig und politisch motiviert. Er sieht sie zudem als Mitursache für Hetze gegen Juden in Deutschland.

Zum Schluss vergleicht er das Verhalten deutscher Journalisten mit dem eines Gastes, der sich bei einem Juden zu Hause respektlos benimmt. Ein Israeli, so Avrahami, würde einen solchen Gast irgendwann vor die Tür setzen.

Den vollständigen Essay von Zeev Avrahami finden Sie in der Jüdischen Allgemeinen. Wir laden Sie herzlich ein, ihn dort im Original zu lesen:
👉 Der neue Jude – Jüdische Allgemeine

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

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