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Interreligiöser Schulterschluss im Vorfeld der Landtagswahl in MV

Interreligiöser Schulterschluss im Vorfeld der Landtagswahl in MV
KI Symbolbild, Gemini

Anlässlich der anstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern haben Vertretungen verschiedener Religionsgemeinschaften erstmals eine gemeinsame Erklärung abgegeben. In ihrem Aufruf bitten die Unterzeichnenden die Bürgerinnen und Bürger des Bundeslandes darum, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und demokratische Kräfte sowie Parteien zu unterstützen, die für die Würde aller Menschen und ein friedliches Zusammenleben eintreten.

Zeichen für Zusammenhalt und Würde aller Menschen

Unter den Unterzeichnern befinden sich Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche sowie jüdischer und muslimischer Vertretungen in Mecklenburg-Vorpommern. In ihrer Mitteilung betonen die Akteure, dass der Einsatz für den Schutz von Grundrechten, Religionsfreiheit und gesellschaftlichem Frieden ein Anliegen aller Glaubensgemeinschaften sei.

Der Aufruf unterstreicht, dass Religionsgemeinschaften im demokratischen Diskurs Verantwortung übernehmen wollen, ohne Parteipolitik zu betreiben. Vielmehr stehe die Stärkung von Demokratie, Respekt und Toleranz im Vordergrund.

Reaktionen aus der Politik

Der gemeinsame Appell stieß in der politischen Landschaft auf unterschiedliche Reaktionen. Vertreter verschiedener Parteien begrüßten den zivilgesellschaftlichen und interreligiösen Impuls als wichtiges Signal für Zusammenhalt.

Kritik kam hingegen von der AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Deren Landesvorsitzender Enrico Schult warf den Religionsgemeinschaften eine Einmischung vor und forderte mehr Respekt gegenüber den Wählerschaften aller im Landtag vertretenen Parteien.

Anders als in z.B. Südkorea sind in Deutschland Hirtenworte und Wahlempfehlungen nicht per se verboten. Gleichzeitig greift die Kritik z.B. der Evangelischen Landeskirche zu kurz, wenn diese auf das Versagen in der NS Zeit abstellt, gleichzeitig aber das Versagen der jüngeren Vergangenheit bei Missbrauch aus dem eigenen und kollektiven Gedächtnis streicht.

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

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