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Glaube im Netz: Wie eine Münchner Christfluencerin Räume für junge Menschen schafft

Wie die Münchnerin Celine Edinger als Christfluencerin Glauben und Feminismus verbindet – und warum freie Glaubensentfaltung im Netz Schutz braucht.

Glaube im Netz: Wie eine Münchner Christfluencerin Räume für junge Menschen schafft
Symbolbild, KI generiert

Ein feministischer Blick auf die Bibel und tausende Follower auf Instagram: Die Münchner Kuratorin und Autorin Celine Edinger zeigt, wie eine neue Generation von Christinnen und Christen ihren Glauben im digitalen Raum lebt – und warum moderne Glaubensfreiheit auch im Netz verteidigt werden muss.

In den sozialen Medien begegnen vielen Menschen beim Thema Religion oft zwei Extreme: starre Dogmatik auf der einen Seite und pauschale Kirchenkritik auf der anderen. Die Münchner Redakteurin und Autorin Celine Edinger besetzt ein Feld, das lange ungenutzt blieb: Sie vereint christlichen Glauben, Feminismus und queere Perspektiven auf Instagram und erreicht damit tausende Follower.

Was eher zufällig mit einem kurzen Video über ein feministisches Gottesbild begann, hat sich zu einem einflussreichen digitalen Safe Space entwickelt. Edinger macht Mut, traditionelle Rollenbilder und verstaubte Kirchenstrukturen zu hinterfragen, ohne dabei das Vertrauen in Gott zu verlieren.

Sichere Räume für eine vielfältige Glaubenspraxis

Für FOREF zeigt dieses Phänomen eindrücklich, wie wichtig der Schutz der Religions- und Meinungsfreiheit im digitalen Raum ist. Glaubensfreiheit bedeutet nicht nur die Freiheit, einer Religionsgemeinschaft anzugehören oder nicht – sie umfasst auch das Recht, den eigenen Glauben individuell, kritisch und abseits vorgegebener Pfade zu interpretieren.

„Ich kann einen Raum schaffen, in dem sich Leute gesehen fühlen.“

Genau das gelingt der Münchnerin: Sie schafft für junge Menschen eine Anlaufstelle, die im traditionellen Kirchenraum oft vergeblich nach Repräsentation und Vielfalt suchen.

Gegenwind und Hass im Netz: Polarisierung unter Gläubigen

Die Arbeit von sogenannten Christfluencerinnen birgt jedoch auch Schattenseiten. Edinger berichtet offen von heftigen Anfeindungen und Hasskommentaren – und diese kommen überraschenderweise selten von glaubensfernen Menschen, sondern häufig von konservativen oder fundamentalistischen Strömungen innerhalb der eigenen Religion - also der "Konkurrenz".

Dass progressive Stimmen im Internet stark angefeindet werden, verdeutlicht eine zentrale Herausforderung unserer Zeit:

Digitaler Hass (Hate Speech): Gläubige, die abweichende Perspektiven vertreten, werden häufig verspottet oder ausgegrenzt.

Gefährdung der Bekenntnisfreiheit: Wenn Intoleranz im Netz dazu führt, dass Menschen aus Angst vor Repressalien schweigen, leidet der freie gesellschaftliche Diskurs.

Fazit: Religionsfreiheit schützt die Vielfalt der Stimmen

Initiativen und Persönlichkeiten wie Celine Edinger sind wegweisend für die Zukunft der Religion in einer pluralistischen Gesellschaft. Sie zeigen, dass Glaube dynamisch, offen und frei von Ausgrenzung sein kann.

Für eine tolerante Gesellschaft bleibt es essenziell, die Plattformen und Personen zu schützen, die Dialog, Respekt und Freiheit im religiösen Diskurs fördern. Das gilt auch und gerade für die etwas andere Sichtweise auf Glauben.

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

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