Warum die Schließung des Cafés „Stay“ und die Negierung durch die Stadt Leipzig ein Alarmsignal für unsere Gesellschaft und die christliche Religionsfreiheit ist
Die Nachricht wiegt schwer für die gesellschaftliche Vielfalt und das friedliche Miteinander in Sachsen: Nach einer beispiellosen Serie von insgesamt 26 linksextremen Anschlägen muss das christliche Café „Stay“ im Leipziger Stadtteil Reudnitz endgültig schließen.
26 Anschläge auf das freikirchliche Café Stay der Zeal Church
Ende Juni wird der Betrieb eingestellt, sieben Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Was als ein Ort der Begegnung, des Dialogs und des sozialen Engagements über Religionsgrenzen hinaus gedacht war, wurde durch systematischen Terror, Vandalismus und einen verheerenden Buttersäureanschlag wirtschaftlich und psychisch in die Knie gezwungen.
Dieser Fall ist weit mehr als eine lokale Nachricht über eine Geschäftsaufgabe. Er ist ein erschreckendes Exempel dafür, wie radikale Ideologien die verfassungsmäßig garantierte Religionsfreiheit aushöhlen und soziale Projekte zerstören, die unabhängig von Weltanschauungen allen Bürgern zugutekommen.
Das schlimme daran: Die Stadt hatte lange einen Angriff auf die Religionsfreiheit negiert:
Der Angriff greift – zumindest dem Bekennerschreiben gemäß – nicht die Religionsfreiheit an. Angegriffen wurde ein kommerziell betriebenes Café, welches zur Finanzierung einer Religionsgemeinschaft dient. Begründet wird dies des Weiteren mit der Haltung des betreibenden Vereins zu Homosexualität.
Unabhängig von der Begründung des Bekennerschreibens handelt es sich bei dem Angriff um eine Straftat, welche entsprechend zu verurteilen ist und keinerlei Rechtfertigung erfährt.
Die Stadt Leipzig verurteilt Gewalt und Sachbeschädigung in all ihren Ausprägungen, insbesondere gegen Einrichtungen, die Menschen Raum für Begegnung, Austausch und Gemeinschaft bieten. Solche Angriffe richten sich gegen die Sicherheit und das friedliche Miteinander aller Menschen, die dort arbeiten oder sich aufhalten. Entsprechend besteht ein präventives Interesse der Stadt, solche Vorfälle klar zu verurteilen, polizeilich aufzuarbeiten und den Schutz aller religiösen Gemeinschaften zu stärken.
Chronik des Terrors: Wenn Ideologie den Dialog ersetzt
Das im Jahr 2023 eröffnete Café „Stay“ wurde von René Wagner, dem Pastor der freikirchlichen Zeal Church, und seiner Ehefrau betrieben. In einem modernen Ambiente wollten die Initiatoren einen Raum schaffen, in dem Menschen ungeachtet ihrer Herkunft oder Überzeugung zusammenkommen können. Doch die freikirchliche Gemeinde vertritt in bestimmten ethischen Fragen – etwa dem Lebensrecht Ungeborener oder dem traditionellen Eheverständnis – konservative Positionen.
Die TAZ schreibt hierzu, die Religionsfreiheit beflissentlich ignorierend:
Das Café inszeniert sich als Nachbarschaftstreff und hält das Christliche gut geheim. Das ist Teil der Strategie: Wer vorgibt, unpolitisch und offen zu sein, verringert die Wachsamkeit der Besucher*innen. Umso effektiver lassen sich Ideologien normalisieren, die unter anderen Umständen auf Widerstand stoßen würden.
Für das linksextreme Milieu in Leipzig reichte dies aus, um das Café zum Feindbild zu erklären. Auf der Plattform Indymedia tauchten wiederholt Bekennerschreiben auf. Der Vorwurf: „Queerfeindlichkeit“ und „Misogynie“.
Dass die Gemeinde explizit betonte, jeden Menschen in Liebe und Annahme willkommen zu heißen, und stets den respektvollen Dialog suchte, wurde von den Tätern ignoriert.
Dass solche Orte wichtig für das soziale Miteinander sind, selbst wenn man in Fragen anderer Ansicht ist, versteht sich von selbst.
Bilanz der Gewalt im Cafe Stay spricht für Angriffe auf Religionsfreiheit
Die Bilanz der Gewalt spricht eine deutliche Sprache:
- Zerschlagene Fensterscheiben und permanente Farbanschläge.
- Ein hinterhältiger Anschlag mit 1,5 Litern Buttersäure, der einen Sachschaden von über 20.000 Euro verursachte, die Gesundheit von Menschen gefährdete und die Räume trotz Tatortreinigung langfristig kontaminierte.
- Insgesamt 26 dokumentierte Angriffe innerhalb von weniger als drei Jahren.
Religionsfreiheit ist kein abstraktes Gut – Sie muss gelebt werden können
Der Fall des Cafés „Stay“ berührt den Kern unseres demokratischen Rechtsstaates: die Religionsfreiheit (Art. 4 Grundgesetz) sowie die Meinungsfreiheit (Art. 5 Grundgesetz). Wenn eine religiöse Gemeinschaft ihre Werte im Rahmen der Gesetze öffentlich sichtbar lebt und dafür existenziell bedroht wird, ist die Freiheit aller Bürger in Gefahr.
Besonders kritikwürdig ist hierbei die anfängliche Einordnung der Stadt Leipzig, die in den Vorfällen zunächst keinen direkten Angriff auf die Religionsfreiheit erkennen wollte. Dem widersprach die Zeal Church Anfang 2026 vehement und zu Recht: Die Attacken richteten sich gezielt gegen die religiöse Identität, die Theologie und die Glaubenspraxis der Gemeinde.
Es entsteht ein sogenannter Chilling Effect (Einschüchterungseffekt): Wenn Christen, Muslime, Juden oder Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften Angst um ihre Sicherheit oder die ihrer Kinder haben müssen, sobald sie ihren Glauben öffentlich machen, existiert die Religionsfreiheit nur noch auf dem Papier. Eine Demokratie darf nicht wegsehen, wenn religiöse Minderheiten oder konservative Gruppierungen durch permanenten Terror in den Untergrund oder – wie im Fall des Cafés – in den Ruin getrieben werden.
Warum wird das Cafe nicht einfach von der Polizei bewacht?
Die Perversion blinder Gewalt: Zerstörung sozialer Projekte, die allen dienen
Was die Täter in ihrer ideologischen Verblendung völlig ausblenden: Das Café „Stay“ war ein soziales Projekt. Solche Initiativen – ob von christlichen Gemeinden, islamischen Vereinen, jüdischen Institutionen oder säkularen Organisationen getragen – erfüllen eine unverzichtbare Funktion in unseren Vierteln. Sie schaffen Arbeitsplätze, bieten Räume gegen die Einsamkeit, fördern den Austausch im Stadtteil und leisten oft dort Hilfe, wo staatliche Strukturen an ihre Grenzen stoßen. Oder will man das gerade im Osten "rechten Kameradschaften" überlassen? Immerhin, letztere brauchen keinen Polizeischutz...
Sinnlose Gewalt gegen jede Einrichtungen trifft niemals nur die Betreiber, sondern immer die gesamte Gemeinschaft. Das Café diente allen Menschen im Viertel, unabhängig von deren eigener Religion oder politischen Gesinnung. Es zu zerstören, um eine unliebsame Meinung auszulöschen, ist zutiefst intolerant und unsolidarisch. Es ist eine Perversion des Toleranzgedankens, wenn im Namen von „Vielfalt“ und „Emanzipation“ ein Ort der echten Begegnung vernichtet wird.
Fazit: Ein Armutszeugnis für den Rechtsstaat
Die Schließung des Cafés „Stay“ in Leipzig ist ein Triumph der Intoleranz und ein Armutszeugnis für den Schutz von Grundrechten in Deutschland. Wenn der Rechtsstaat es nicht vermag, friedliche Bürger und ihre sozialen Projekte vor den fortwährenden Angriffen extremistischer Gruppierungen zu schützen, verliert er an Glaubwürdigkeit. Dann brauchen wir uns über die kommenden Wahlergebnisse nicht wundern, egal wie sehr wie sie fürchten.
Presseanfrage:
Wir haben die folgende Pressenanfrage an den Regierungssprecher gesendet. Sobald eine Antwort erfolgt, wird diese hier veröffentlicht
1.
Warum kann das Cafe Stay von staatlichen Behörden nicht geschützt werden? Werden andere religiöse Versammlungsorte / Läden ggf. geschützt, warum das Cafe der Zeal Church nicht?
2.
Möchte der Ministerpräsident/der Innenminister damit soziale Orte der Zusammenkunft lieber rechts- und linksextremen Organisationen und Gruppierungen überlassen?
3.
Sehen der Ministerpräsident und der Innenminister hier Eingriffe in die Religionsfreiheit oder teilen sie die Haltung der Stadt Leipzig?
4.
Könnte die Haltung der Stadt Leipzig bzw, von deren handelnden Personen Hassrede oder Volksverhetzung sein, weil der Schutz von religiösen Lokalen preisgegeben wird und damit Gewalt direkt oder indirekt ermöglicht wird?
Pastor René Wagner betonte in seiner Abschiedsrede, dass die Linksextremen dennoch nicht gewonnen hätten. Der Auftrag, Nächstenliebe und Glauben in die Region zu tragen, bleibe bestehen – auch ohne Zimtschnecken und Kaffee. Für die Stadt Leipzig und die Debattenkultur in Deutschland hinterlässt das Aus des Cafés jedoch eine tiefe Wunde. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Fall als Weckruf dient, um die Religions- und Meinungsfreiheit künftig konsequenter gegen jede Form von Extremismus zu verteidigen.
Welt.de über das Cafe Stay