Seit dem 20. Juli 1999 geht die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) systematisch gegen die Anhänger der spirituellen Bewegung Falun Gong (auch Falun Dafa) vor. Zum 27. Jahrestag des Beginns dieser Verfolgungskampagne schlägt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) Alarm: Die Unterdrückung beschränkt sich längst nicht mehr nur auf das chinesische Festland, sondern wird verstärkt im Ausland fortgesetzt.
Systematische Verfolgung und erzwungene Organentnahme
Was 1999 als friedliche Meditations- und Kultivierungspraxis von schätzungsweise 70 bis 100 Millionen Menschen ausgeübt wurde, wandelte sich durch das staatliche Verbot schlagartig in ein System aus Willkür und Gewalt. Praktizierende werden in China rechtswidrig inhaftiert und zu Zwangsarbeit gezwungen, systematisch gefoltert und umerzogen sowie Opfer von staatlich organisierter, gewaltsamer Organentnahme.
Transnationale Repression: Chinas langer Arm im Ausland
Mit dem am 1. Juli 2026 in Kraft getretenen „Gesetz zur Förderung der ethnischen Einheit und des Fortschritts“ verschärft Peking den Druck weiter. Das Gesetz verlangt die Unterordnung unter die KPCh und schafft unkonkrete Rechtsgrundlagen, um auch Kritiker und Exilgruppen im Ausland zu kriminalisieren.
Nach Berichten von Freedom House ist China weltweit der aktivste Staat im Bereich der transnationalen Repression. Dies betrifft neben Falun-Gong-Praktizierenden auch Uiguren, Tibetern und Aktivisten aus Hongkong, die in Deutschland und anderen EU-Staaten Zuflucht gesucht haben.
Mirjam Kobold, Asienreferentin der GfbV, betont die Bedrohung für Grundrechte und die nationale Sicherheit demokratischer Staaten. Man fordert konsequentes Vorgehen gegen chinesische Repressionsversuche auf deutschem Boden, effektiver Schutz für Betroffene und Exilgemeinschaften in Deutschland und der EU und internationalen Einsatz für die Aufklärung der Verbrechen an religiösen und ethnischen Minderheiten in China.
FOREF beobachtet die Entwicklung in China durchaus ebenso kritisch und unterstützt die Forderungen der Gesellschaft für bedrohte Völker.