Der Gründer der bekannten Pekinger Zion-Untergrundkirche, Pastor Jin Mingri, ist aus chinesischer Haft freigelassen worden und sicher in den USA eingetroffen.
Nach Angaben der christlichen Menschenrechtsorganisation ChinaAid erreichte Jin Mingri am Samstag, den 4. Juli 2026, Los Angeles, wo seine Familie lebt. Jin war im Oktober 2025 im Zuge landesweiter Razzien festgenommen worden, bei denen knapp 30 Mitglieder der Zion-Church inhaftiert wurden. Die chinesischen Behörden warfen ihm offiziell die „illegale Nutzung von Informationsnetzwerken“ vor.
Internationaler Druck führte zum Erfolg
Die Freilassung folgt auf intensiven diplomatischen Druck. Berichten zufolge hatte US-Präsident Donald Trump den Fall bei einem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Peking persönlich angesprochen. Auch aus Deutschland gab es deutliche Kritik an den Verhaftungen: Der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Thomas Rachel, hatte wiederholt die sofortige Freilassung aller inhaftierten Kirchenmitglieder gefordert.
Repressionen gegen Chinas Hauskirchen
Die 2007 von Jin gegründete Zion-Kirche gilt als eine der größten nicht registrierten protestantischen Gemeinschaften in Peking. Bereits 2018 war das Kirchengebäude von den Behörden zwangsweise geschlossen und der Pastor mit einem Ausreiseverbot belegt worden. Dennoch existiert die Gemeinde im Untergrund weiter.
In der Volksrepublik China ist die öffentliche Religionsausübung gesetzlich streng reglementiert. Christen dürfen ihren Glauben offiziell nur in staatlich registrierten und von der Kommunistischen Partei kontrollierten Organisationen ausüben. Unabhängige Haus- und Untergrundkirchen sind daher systematischen Repressionen, Razzien und Verhaftungen ausgesetzt.