Dossierunterseite 16 zu Go&Change
Hier finden sich alle Vorwürfe aus dem Bereich "Kontrolle" aus Presse und Verfahren (Stand 25.06.2026)

- „Aufpassern“, Main-Post, 26.03.2024
- „Selbstverteidigungswaffen“, Main-Post – „Gemeinschaft … schaffte Softairwaffen an“, 21.07.2023
- „Man musste absprechen, wenn man einen Spaziergang machen wollte.“ Artikel 1 Süddeutsche – Erfahrungen mit der Gemeinschaft Go&Change in Franken, 09.12.2021
- " Mach das, was ich will. Wenn du's nicht tust, gehst du.“, ARD Brisant, 26.07.2023
- „Widerspruch und Ungehorsam wurden nicht geduldet“, YouTube-Transkript „NEWS | Sekten Guru wegen Dämonenaustreibung vor Gericht“
- „wenn ich mich alleine hinsetze und singe, dann dann heißt das, ich bin in einer besonderen Rolle, irgendwie exponiert oder so. Und das würde helfen, dass die Schatten wachsen… deswegen durfte ich das nicht.“, RTL+ Podcast „In Sekten – Go&Change“, 01.11.2023
- „Eltern wenig mitzureden hätten“, Die Kitzinger, 02.06.2020
- „eine Art ‚Schichtsystem‘“, Die Kitzinger, 24.02.2022
- "Ich meine, man liest mal ein Buch oder hängt mit seinem Partner ab oder wann macht man denn sowas? Gar nicht. Kaum Privatleben rund um die Uhr analysierbar sein und damit auch sanktionierbar.", RTL+ Podcast „In Sekten – Go&Change“, 01.11.2023
- „Druck, Erniedrigung standen ganz oben auf der Liste“, Google-Rezension Zoi Müller
- „Und da habe ich gesagt, das möchte ich ihm jetzt gerade nicht sagen. Und dann hat er gesagt, so ist das aber nicht hier bei uns. Bei uns ist immer alles transparent.“. RTL+ Podcast „In Sekten – Go&Change“, 01.11.2023
- „nicht mal auf Toilette ohne von einem Rudel Menschen verfolgt zu werden“, Google-Rezension Jasmin
- „das war nicht erlaubt“, RTL+ Podcast „In Sekten – Go&Change“, 01.11.2023
Bewertung von "Kontrolle" bei Go&Change
Die vorliegenden Vorwürfe kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Ich habe oft genug alleine die Toilette/Dusche aufgesucht und auch andere haben das, ohne zu fragen. Ich habe oft genug einzelne Menschen im Speisesaal getroffen oder im Garten, manche mit Laptop, andere bei der Arbeit. Manchmal chillen die Menschen, aber manchmal verbringen sie auch Zeit miteinander. Natürlich experimentiert Go&Change viel. Manchmal gibt es viele gemeinsame Unternehmen, manchmal nicht. Aktuell ist z.B. ein großer Fokus auch auf Freizeit. Aber, und das ist das wesentliche: Alle diese Entscheidungen tragen ja alle mit, es wird nicht "von oben befohlen". In einer Gemeinschaft wie Go&Change ist Gemeinschaft eben integraler Bestandteil des Zusammenlebens, nicht nur das nette Tür-an-Tür leben. Aber auch das wird kommuniziert, soweit ich mich auf meine Quellen zurückziehen kann.
Wer eine WG per se als "Kontrolle" empfindet, dem kann man seine Empfindung nicht nehmen. Dieser "Kontrolle" setzt man sich aber freiwillig aus.
Ich konnte in den letzten 1 1/2 Jahren sogar Menschen von außerhalb alleine empfangen im Kloster und Klostergarten und vom Gelände begleiten. Aufpasser waren niemals vonnöten.
Auch aus den mir vorliegenden Interviews sehe ich das nicht. Nachbarn, Familien und Besucher betreten das Objekt und verbringen Zeit ohne "Verfolgung". Ohnehin ist es auch hier wieder Interpretation: Habe ich einen Aufpasser oder einen aufmerksamen Gastgeber? Ich erlebe eine liebevolle "Rudelbildung" ohne Anwesenheit von "Leitung", wie in normalen Gruppen auch.
Richtig ist, dass Go&Change schneller aussortiert als andere Gemeinschaften. Das ist aber bereits vorher klar. Die Anforderungen, um Teil der Gemeinschaft zu werden, sind stark kommuniziert - vorab und nicht überraschend. Diese werden auch vorgelebt, also Transparenz nicht nur gefordert, sondern geleistet. Das ist weder psychischer Druck, sondern der gemeinschaftliche Grundkonsens.
Es mag sein, dass das subjektiv als Kontrolle empfunden wird. Ich selbst würde sicherlich auch nicht immer Gemeinschaftsleben und Gemeinschaftsoffenheit für mich wünschen - deshalb lebe ich aber auch nicht in einer (dieser?) Gemeinschaft.
Kontrolle ist systematische Überwachung, Prüfung oder Steuerung eines Vorgangs, einer Person oder eines Systems (https://de.wikipedia.org/wiki/Kontrolle). Diese systematische Überwachung durch das System sehe ich nicht, aus objektiver Warte. Subjektiv mag dies anders empfunden werden, dann aber weil man sich vorher freiwillig in diese Situation begeben hat. Auch bei diesem Aspekt sieht man, dass bei Go&Change die Dinge eben anders laufen und Sektennarrative selten passen.
Dass es ein "mach was ich will" gibt, halte ich für ausgeschlossen. Aber es gibt Vorgaben, die gelten: Andere nicht verletzten. Lieben statt zerstören. Diese Grundpfeiler für Go&Change sind unverhandelbar und gelten für alle. Aber wie im Sektennarrativ üblich wird hier wieder verkürzt oder ungenau zitiert. Eine konkrete Bewertung ist aber auch durch mich abschließend ohne den Kontext nicht möglich.
Natürlich muss ich sagen, dass ich wie in den anderen Bereichen erst ab 2025 meine Bewertung aus eigener Hand mitteilen kann, so dass bezüglich der Vergangenheit und des Changes bei Go&Change durchaus Unwägbarkeiten gelten. Andererseits gelten meine Untersuchungen ja ex nunc, nicht ex tunc.
Nach alledem kann ich im Moment keine systematische Kontrolle bestätigen, die über den üblichen Konventionen in Familie und Gemeinschaften und leben auf "engstem Raum" liegt.
Die Befragungen von Mitglieder, neutralen Personen und die Auswertung von Presseberichten wie Akteninhalten konnte den Vorwurf Kontrolle bisher nicht bestätigen.

Weitere Artikel und Hinweise
Diese Seite ist eine Dossierunterseite zum Dossier über die Entwicklungsgemeinschaft für Lebensqualität Go&Change in Lülsfeld.

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