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Zeugen Jehovas ändern Regeln für Blutspenden und Hauptbestandteile von Blut

Neue Leitlinie bei den Zeugen Jehovas: Über die Annahme und Spende von Blut-Hauptbestandteilen entscheiden Mitglieder nun selbst. Vollblut bleibt abgelehnt.

Zeugen Jehovas ändern Regeln für Blutspenden und Hauptbestandteile von Blut
KI generiertes Symbolbild (Gemini)

Eine Entscheidung der Leitenden Körperschaft bringt eine bedeutende Änderung für Mitglieder der Glaubensgemeinschaft: Ab sofort liegt es im persönlichen Ermessen jedes Einzelnen, Hauptbestandteile von Blut anzunehmen oder für andere zu spenden. Die Ablehnung von Vollblutübertragungen bleibt hingegen bestehen. Damit wird einer der Hauptkritikpunkte an den Zeugen Jehovas weitgehend beseitigt.

WARWICK / NEW YORK – Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas hat am 18. September 2026 eine Aktualisierung ihrer internen Richtlinien bekannt gegeben. Demnach ist die Entscheidung, Hauptbestandteile wie rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten), Blutplasma oder Blutplättchen (Thrombozyten) zu empfangen oder zu spenden, künftig eine Frage des persönlichen Gewissens.

Die wichtigsten Regeländerungen im Überblick

Akzeptanz von Hauptbestandteilen: Das Annehmen von roten und weißen Blutkörperchen, Plasma oder Thrombozyten ist nun eine persönliche Gewissensentscheidung jedes Mitglieds.

Möglichkeit zur Blutspende: Mitglieder können ab sofort selbst entscheiden, ob sie Blut spenden möchten, sofern die Spende für die Gewinnung von Blutkomponenten oder -fraktionen zur medizinischen Versorgung anderer vorgesehen ist.

Keine Verhaltenskontrolle durch Gemeinden: Die örtlichen Versammlungen (Gemeinden) greifen in diese individuellen Entscheidungen nicht ein.

Unverändert – Ablehnung von Vollblut: Das religiöse Verbot der Übertragung von Vollblut bleibt weiterhin bestehen und basiert nach wie vor auf der biblischen Auslegung der Glaubensgemeinschaft.

Da die Bibel keine spezifischen Anweisungen zu einzelnen Blutkomponenten enthalte, falle die Entscheidung in den Bereich der individuellen Verantwortung vor Gott.

Erweiterung bisheriger Gewissensentscheidungen

In der Vergangenheit betraf die persönliche Gewissensentscheidung bei den Zeugen Jehovas hauptsächlich sogenannte Blutfraktionen (kleinere Bestandteile) sowie spezielle Verfahren zur Nutzung von eigenem Blut während medizinischer Eingriffe.

Diese Logik wurde nun auf die vier Hauptkomponenten des Blutes ausgeweitet. Da die Bibel keine spezifischen Anweisungen zu einzelnen Blutkomponenten enthalte, falle die Entscheidung in den Bereich der individuellen Verantwortung vor Gott.

Haltung zu medizinischer Versorgung

In einer offiziellen Erklärung betonte Paul Gillies, internationaler Sprecher der Zeugen Jehovas, dass Leben und Blut für die Glaubensgemeinschaft weiterhin als heilig gelten. Die Änderung beeinträchtige nicht den Wunsch der Mitglieder nach einer qualitativ hochwertigen medizinischen Behandlung. Zeugen Jehovas lehnen Wunderheilungen ab und arbeiten gezielt mit Ärzten zusammen, die medizinische Behandlungen im Einklang mit den Wünschen und Überzeugungen der Patienten anbieten.

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

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