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Shincheonji: Ausgeweitete Vorwürfe oder Entlastung?

Shincheonji: Ausgeweitete Vorwürfe oder Entlastung?
Screenshot des Artikels auf The Chosun Daily

Laut aktuellem Bericht der The Chosun Daily sollen die Vorwürfe gegen Shincheonji auf Politikbeeinflussung nunmehr nicht nur betreffend der People Power Party, sondern auch der Demokratischen Partei Koreas bestehen. Vorgeworfen wird angeblich, dass im Hinblick auf konkrete Bauvorhaben (Umwidmungen) "die Ermittlungsgruppe dem Verdacht nachgeht, dass regionale Ableger von Shincheonji vor diesem Hintergrund (Erreichung von Baugenehmigungen!) ihre Anhänger kollektiv in die Demokratische Partei einschleusten."

Shincheonji had previously attempted to purchase buildings in Gwanggyo, Goyang, and Gapyeong in Gyeonggi Province, Incheon, and Iksan in North Jeolla Province to use as religious facilities but failed to secure approval for changing their designated purposes due to resident opposition.
The task force is investigating under the belief that Shincheonji’s regional branches collectively enrolled followers into the Democratic Party amid these circumstances.

Änderung der Lage in Südkorea betreffend Shincheonji?

Würden sich diese neuen Vorwürfe bestätigen, würde sich die Lage in Südkorea meiner vorläufigen Einschätzung nach erheblich ändern.

Denn wenn man in mehrere Parteien Mitglieder (freiwillig oder genötigt) eintreten lässt, kann nicht von einer zielgerichteten Politikbeeinflussung gesprochen werden. Dadurch wären die Stimmgewichte gesplittet und der normalen demokratischen Entscheidungsfindung zugeführt.

Ohnehin, das muss erwähnt werden, entspricht die religiöse Parlamentszusammensetzung in Südkorea nicht dem der überwiegens atheistischen Bevölkerung.

Zudem ist das Erlangen von Baugenehmigungen ein legitimes Ziel, um - wie es der Justizminister so zynisch ausgesprochen hat - inneren Frieden und spirituellen Trost zu erlangen. Ohne Grundstück keine Kirche, keine sozialen Projekte, keine Nachbarschaftshilfe, keine Gemeinschaft - diese einfache Rechnung scheint nunmehr also doch eine Rolle zu spielen. Dadurch wird verdeutlicht, dass die strenge Trennung von Kirche und Staat, wie sie die Justizminister sieht, wohl weder (verfassungs- und menschen-)rechtlich noch faktisch aufrechterhalten werden kann, ohne die Religionsfreiheit als solches zu verletzten oder Religion per se unmöglich zu machen.

Auch und gerade in den notwendigen sozialen Betätigungen von Kirchen, die überall benötigt werden, würde eine solche Trennung den Menschen da treffen, wo Politik in Deutschland und der Welt oft versagt: Bei der Daseinssorge, der emotionalen Betreuung und der Altenpflege und Kinderbetreuung.

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

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