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Schwere Belastung für die Vereinigungskirche: Sonderstaatsanwalt fordert 13 Jahre Haft für Mother Moon

Im südkoreanischen Korruptionsskandal fordert der Sonderstaatsanwalt eine 13-jährige Haftstrafe für Han Hak-ja (Vereinigungskirche). Erfahren Sie alle Hintergründe auf FOREF Info.

Schwere Belastung für die Vereinigungskirche: Sonderstaatsanwalt fordert 13 Jahre Haft für Mother Moon
KI Symbolbild

Der juristische, religiöse und politische Beben in Südkorea erreicht einen neuen Höhepunkt: Im Prozess gegen Han Hak-ja, die 83-jährige Leiterin der Vereinigungskirche (offiziell Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung), hat das Team des Sonderermittlers eine langjährige Haftstrafe gefordert. Der Fall wirft nicht nur Fragen über die Verflechtung von Religion und Politik auf, sondern ruft auch internationale Beobachter auf den Plan, die das Vorgehen der südkoreanischen Justiz nicht nur in diesem Fall, sondern auch betreffend der Shincheonji Kirche kritisch analysieren.

Am Freitag, den 10. Juli 2026, forderte das Sonderermittlungsteam unter der Leitung des Sonderstaatsanwalts Min Joong-ki eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren für die bereits 83 jährige und in U-Haft befindliche Han Hak-ja. Ihr wird die Verwicklung in einen weitreichenden Bestechungs- und Einflussnahmeskandal vorgeworfen, der bis in die höchsten Kreise der südkoreanischen Politik reichen soll.

Die Staatsanwaltschaft betonte in ihrem Schlussplädoyer die Schwere der Vorwürfe: „Dies ist ein schwerwiegendes Verbrechen, das den verfassungsmäßigen Geist der Trennung von Religion und Politik direkt verletzt und die repräsentative Demokratie geschädigt hat.“

Dass der Justizminister selbst bei Shincheonji gegen alle "falschen Propheten" diese Trennung aufgehoben und vorverurteilend polemisiert hat, ohne verhaftet zu werden, illustriert die Falschheit dieser moralischen Erwägungen. Ist der Rechtsstaat in Südkorea am Ende?

Hintergründe des Falls: Luxusgüter und politische Spenden

Der Skandal, der im September 2025 zur spektakulären Verhaftung der als „Wahre Mutter“ verehrten Kirchenleiterin führte, dreht sich im Kern um illegale Einflussnahme und Korruption.

Laut der Anklageschrift soll Han Hak-ja über Mittelsmänner wertvolle Geschenke – darunter zwei exklusive Chanel-Handtaschen sowie eine Diamantenkette im Gesamtwert von rund 80 Millionen Won (ca. 58.000 US-Dollar) – an die ehemalige südkoreanische First Lady, Kim Keon-hee, übermittelt haben. Ziel der Zuwendungen soll die Erlangung politischer Gefälligkeiten gewesen sein.

Zusätzlich steht der Vorwurf im Raum, die Kirchenleitung habe im Januar 2022 rund 100 Millionen Won illegal an den Abgeordneten Kweon Seong-dong von der konservativen Kukin-Partei (People Power Party, PPP) fließen lassen, was einen massiven Verstoß gegen das Gesetz über politische Gelder darstellt.

Verteidigung plädiert auf Unschuld – Anschuldigungen gegen Ex-Funktionär

Han Hak-ja und ihr Verteidigungsteam haben die Vorwürfe während des gesamten Prozesses vehement zurückgewiesen. Die Verteidigung argumentiert, dass die Geschenke und finanziellen Transaktionen eigenmächtig von einem ehemaligen hochrangigen Kirchenfunktionär, Yun Young-ho, organisiert und durchgeführt wurden – ohne das Wissen oder die ausdrückliche Genehmigung von Han.

Yun Young-ho selbst wurde bereits einen Tag vor dem Plädoyer gegen Han, am 9. Juli 2026, vom Obersten Gerichtshof Südkoreas rechtskräftig zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt. Während Yun im Prozess einräumte, ungesetzliche Handlungen begangen zu haben, gab er an, im Glauben gehandelt zu haben, die absoluten Befehle der Kirchenführung auszuführen. Han Hak-jas Anwälte betonen hingegen, dass ihr die Tragweite der Handlungen Yuns aufgrund ihres hohen Alters und gesundheitlicher Einschränkungen nicht bewusst gewesen sei.

Religionsfreiheit und Verhältnismäßigkeit: Internationale Besorgnis

Für Menschenrechtsorganisationen und Institutionen, die sich mit Religionsfreiheit befassen, wirft der Fall über die strafrechtliche Dimension hinaus sensible Fragen auf.

Zuletzt hatten internationale Experten, darunter der renommierte Religionssoziologe Dr. Massimo Introvigne, eine zunehmende Härte der südkoreanischen Justiz gegenüber älteren Führungsfiguren neuer religiöser Bewegungen kritisiert. Parallel zum Fall der Vereinigungskirche steht auch der 95-jährige Leiter der Shincheonji-Kirche wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Parteiengesetz in Haft.

Internationale Beobachter mahnen an, dass die Untersuchungshaft und potenziell drakonische Haftstrafen für betagte religiöse Führer, bei denen keine Gewaltverbrechen vorliegen, mit internationalen Standards wie den UN-Mandela-Regeln zur Behandlung von Gefangenen und dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit vereinbar sein müssen. Es bestehe die Sorge, dass eine aufgeheizte öffentliche Stimmung gegen als „Sekten“ stigmatisierte Gruppen das Recht auf ein faires Verfahren überschatten könnte.

Wie geht es weiter? Das Urteil naht

Unabhängig von den menschenrechtlichen Diskussionen wiegt der Vorwurf der politischen Kollusion (Sajong) schwer. In den vergangenen Monaten wurden in diesem Zuge bereits hochrangige Persönlichkeiten verurteilt, darunter die ehemalige First Lady Kim Keon-hee selbst, die im April 2026 wegen Aktienmanipulation und der Annahme von illegalen Geschenken zu vier Jahren Haft verurteilt wurde.

Das Gericht hat angekündigt, das endgültige Urteil im Fall von Han Hak-ja und den weiteren Mitangeklagten am 31. August 2026 zu verkünden.

FOREF Info wird den Fall weiterhin aufmerksam verfolgen und prüfen, inwieweit die rechtsstaatlichen Prinzipien und das Recht auf Religionsfreiheit im Zuge dieses hochpolitischen Verfahrens gewahrt bleiben.

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

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