König Charles III. hat eine jahrhundertealte Tradition gebrochen. Im aktuellen Rechenschaftsbericht des Palastes (Sovereign Grant Report) wird seine religiöse Rolle neu definiert: Statt des exklusiven historischen Titels „Fidei Defensor“ (Verteidiger des anglikanischen Glaubens) bezeichnet er sich nun als „Beschützer des Raums für den Glauben innerhalb einer multireligiösen Nation“. Charles III. vollzieht damit einen Schritt, den er als Kronprinz über Jahrzehnte andeutete, um der veränderten religiösen Realität Großbritanniens Rechnung zu tragen. Die Neuerung stößt bei traditionalistischen christlichen Kreisen auf scharfe Kritik.
Diese Neupositionierung der Krone bringt spezifische Vor- und Nachteile im Kontext moderner Religionsfreiheit mit sich:
Der Monarch spiegelt die moderne multireligiöse Realität wider, stärkt die gesellschaftliche Integration religiöser Minderheiten und fungiert als neutraler Beschützer der allgemeinen Religionsfreiheit.
Kritiker und traditionelle Theologen sehen darin eine unzulässige Aufweichung des Krönungseides sowie eine Verwässerung der historischen Bindung und verfassungsmäßigen Sonderrolle der Church of England.