Anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Tages zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens am 22. August schlägt die Deutsche Bischofskonferenz Alarm. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche, der Augsburger Bischof Bertram Meier, weist auf eine besorgniserregende Zunahme weltweiter Diskriminierung und Gewalt gegen religiöse Minderheiten hin.
Vielfältige Formen religiöser Verfolgung
Die Bedrohungen für das Recht auf freie Religionsausübung zeigen sich nach Ausführung von Bischof Meier in unterschiedlichen Ausprägungen:
In Ländern wie Nordkorea, China und Nicaragua geht die Unterdrückung Andersgläubiger direkt von staatlichen Regimen aus.
Terrorgruppen wie der „Islamische Staat“ führten im Nahen Osten zur Vertreibung zahlreicher Christen. Ein aktueller Schwerpunkt islamistischer Gewalt liegt in der afrikanischen Sahel-Region.
Die Verknüpfung von Nationalismus und Religion – etwa durch den Hindu-Nationalismus in Indien oder durch radikale Strömungen im Nahen Osten – setzt religiöse Identitäten und Stätten zunehmend unter Druck.
Ein Grundrecht für alle Menschen
Bischof Meier stellt klar, dass der Einsatz für Religionsfreiheit allen Menschen unabhängig von ihrer Überzeugung gelten muss. Neben Angehörigen großer Weltreligionen wie dem Judentum, Christentum und Islam sind auch kleinere Glaubensgemeinschaften sowie konfessionslose Menschen von Ausgrenzung und Verfolgung betroffen. Der UN-Gedenktag erinnert daran, dass der Schutz der Glaubensfreiheit eine globale Kernaufgabe der Menschenrechtspolitik bleibt.
Unsere Meinung
FOREF teilt nur teilweise die Auffassung von Bischof Meier. Zum einen wird, wie von uns öfter kritisiert, die Situation in Asien (Japan und Südkorea) ausgeblendet.
Auch die Rolle von Weltanschauungsbeauftragten der Kirchen, die bisweilen unwissenschaftliche Hate-Speech verbreiten, bleibt unerwähnt, stachelt aber zu oft zu Problemen an. Auch fehlerhafte oder einseitige Beratung von Betroffenen in Deutschland erhöht das Problem, statt es zu mindern.
Stimmen von Minderheiten in Deutschland bleiben ungehört, weshalb wir das Event "voices be heard" in Frankfurt am Main am 22.08.2026 veranstalten. Zu diesem kann jedermann kommen. Dort werden religiösen und Weltanschauungsminderheiten in Deutschland und der Welt die Chance geboten, eine Stimme zu erhalten und in den Austausch zu geraten. Denn wichtig ist, anders als es die Rede von Bertram Meier suggeriert, dass ein Austausch auf Augenhöhe stattfindet.
