Der mauretanische Jurist und Autor Yahya Ekhou wird im November 2026 mit dem 13. Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit ausgezeichnet. Ekhou, der heute Vorsitzender der Säkularen Flüchtlingshilfe Deutschland e.V. ist, erhält die Ehrung gemeinsam mit der russischen Autorin Natalja Kljutscharjowa. Der Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert.
Die Palm-Stiftung ehrt damit den mauretanischen Menschenrechtsaktivisten Yahya Ekhou für sein Engagement zugunsten der Meinungs- und Pressefreiheit. Ekhou, der aufgrund seiner säkularen Überzeugungen in seinem Geburtsland verfolgt wurde, fokussiert seine Arbeit in Deutschland auf den Schutz konfessionsfreier Geflüchteter.
Als Vorsitzender der Säkularen Flüchtlingshilfe weist er darauf hin, dass die Bedrohung durch religiösen Extremismus für Betroffene mit der Flucht nach Europa nicht zwangsläufig endet. Die Preisverleihung am 29. November 2026 in Schorndorf würdigt damit eine Persönlichkeit, die sich für die Gleichwertigkeit säkularer Lebensentwürfe und das Recht auf Apostasie (Abkehr vom Glauben) einsetzt – Themen, die laut Vertretern säkularer Verbände in der deutschen Integrationsdebatte bislang unterrepräsentiert sind.
Hintergrund und Engagement:
Ekhou wuchs in Mauretanien in einer sunnitisch-geprägten Gesellschaft auf. Nach einem Studium in Ägypten begann er, sich für säkulare Reformen und Religionsfreiheit einzusetzen. Dies führte in seinem Heimatland zu staatlicher Verfolgung, Inhaftierung und dem Entzug seiner Staatsbürgerschaft. 2018 floh er nach Deutschland.
Zentrale Thesen und Kritikpunkte:
Schutz säkularer Geflüchteter: Ekhou macht auf die prekäre Lage von Ex-Muslimen und Säkularisten aufmerksam, die auch in deutschen Flüchtlingsunterkünften Anfeindungen durch religiöse Extremisten ausgesetzt sind.
Sichtbarkeit im Migrationsdiskurs: Der Zentralrat der Konfessionsfreien betont, dass Ekhous Arbeit einen „blinden Fleck“ der deutschen Migrationspolitik adressiert, indem er religiös begründete Repression innerhalb der Communitys thematisiert.
Universelle Religionsfreiheit: Die Auszeichnung würdigt Ekhou als „Stimme für säkulare Freiheit“. Sein Wirken unterstreicht die Forderung, dass in einer freiheitlichen Demokratie auch die Freiheit, nicht zu glauben, vollumfänglich geschützt werden muss.