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Human Rights Watch fordert Überprüfung des Vatikan-Abkommens mit China

Human Rights Watch fordert Überprüfung des Vatikan-Abkommens mit China
Symbolbild, KI generiert, Grok

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat den Vatikan dazu aufgerufen, das geheime Abkommen mit der chinesischen Regierung über die Ernennung von Bischöfen grundlegend zu revidieren. Das seit 2018 bestehende und mehrfach verlängerte Abkommen steht angesichts der prekären Menschenrechtslage in China in der Kritik.

Zentrale Argumente der Kritik:

HRW argumentiert, dass das Abkommen die Religionsfreiheit nicht verbessert habe. Die chinesischen Behörden würden weiterhin massiven Druck auf Geistliche ausüben, die sich der staatlich kontrollierten "Patriotischen Vereinigung" nicht anschließen wollen.

Maya Wang, China-Direktorin bei HRW, betont, dass der Papst eine moralische Verpflichtung habe, die Verfolgung von Christen sowie anderen Minderheiten (wie den Uiguren und Tibetern) offen anzusprechen, statt durch diplomatische Zurückhaltung "beizutragen", das Vorgehen Pekings zu legitimieren.

Die Geheimhaltung der Vertragsinhalte wird kritisiert, da sie die Rechenschaftspflicht erschwere und betroffene Bischöfe sowie Gläubige im Unklaren über ihre Rechte ließe.

Laut HRW nutzt Peking das Abkommen als Instrument, um die katholische Kirche enger in das staatliche Kontrollsystem einzubinden ("Sinisierung"), anstatt der Kirche echte Autonomie zu gewähren.

Ein wesentliches Argument ist der ungeklärte Verbleib von Geistlichen wie Bischof James Su Zhimin, der seit Jahrzehnten in Haft oder unter Hausarrest steht. HRW fordert vom Vatikan, die Freilassung dieser Personen zur Bedingung für weitere Kooperationen zu machen.

Der Vatikan verteidigte das Abkommen in der Vergangenheit stets als notwendiges „kleineres Übel“, um den Dialog mit Peking aufrechtzuerhalten und die Einheit der katholischen Kirche in China formal zu sichern. Eine offizielle Reaktion des Heiligen Stuhls auf den aktuellen HRW-Bericht liegt noch nicht vor.

Quellen

Katholisch.de

HRW

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

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