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Höchstzahl tödlicher Angriffe seit 1994: Die bedrückende Normalisierung des Antisemitismus in der Diaspora

2025 markiert das tödlichste Jahr für die jüdische Diaspora seit 1994. Der neue J7-Jahresbericht offenbart eine besorgniserregende Normalisierung von Judenhass – mit Deutschland an der Spitze.

Höchstzahl tödlicher Angriffe seit 1994: Die bedrückende Normalisierung des Antisemitismus in der Diaspora
Symbolbild, KI generiert, Grok

Antisemitismus weltweit 2025

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, doch hinter den Statistiken verbirgt sich eine düstere Realität: Das Jahr 2025 war für die jüdische Gemeinschaft außerhalb Israels das tödlichste seit mehr als drei Jahrzehnten. Während die weltweite Debatte oft von Polarisierung geprägt ist, bleibt für die Betroffenen in der Diaspora ein Alltag, der zunehmend von Unsicherheit, Entfremdung und Bedrohung überschattet wird.

Tödliche Gewalt und die Entgrenzung des Hasses

Aus dem aktuellen Jahresbericht der jüdischen Initiative „J7“ geht hervor, dass im vergangenen Jahr bei gezielten Angriffen in Australien, England und den USA insgesamt 20 Menschen aufgrund ihres Glaubens und ihrer Identität ermordet wurden. Es ist der höchste Stand an Todesopfern in der jüdischen Diaspora seit 1994.

Der Zusammenschluss „J7“, dem jüdische Dachverbände aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Argentinien, Australien sowie der Zentralrat der Juden in Deutschland angehören, repräsentiert über 90 Prozent der jüdischen Gemeinschaft außerhalb Israels.

Obwohl die Gesamtzahl der registrierten Vorfälle in den sieben Staaten im Vergleich zum Extremjahr 2024 leicht rückläufig war (von 26.857 auf 23.174 Fälle), verharrt das Niveau auf einem historisch beunruhigenden Stand. Zum Vergleich: Im Jahr 2022, vor dem Terrorüberfall der Hamas am 7. Oktober 2023, wurden in denselben Ländern 9.838 Fälle erfasst. Die Schwelle der Gewalt hat sich nachhaltig verschoben.

Deutschland als trauriger Spitzenreiter

Eine besonders düstere Dynamik zeigt sich in Deutschland. Mit 8.725 registrierten antisemitischen Vorfällen im Jahr 2025 weist die Bundesrepublik die höchste absoluten Fallzahl aller „J7“-Staaten auf – noch vor den USA mit 6.274 Fällen.

Die länderspezifischen Daten für Deutschland basieren auf den Erhebungen des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) sowie dem jährlichen Lagebild des Zentralrats der Juden.

„Die 8.725 im Jahr 2025 registrierten Vorfälle sind ein bitterer Befund. Die Zahlen belegen die fortschreitende Normalisierung des Judenhasses. Dieser wird von den politischen Rändern von links bis rechts geschürt und dabei zunehmend als ‚Antizionismus‘ maskiert.“

— Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Diese Entwicklung macht deutlich, dass das Versprechen des Schutzes religiöser Minderheiten in der Praxis Risse bekommen hat. Wenn feindselige Ideologien unter dem Deckmantel politischer Rhetorik gesellschaftsfähig werden, schrumpft der Raum für sicheres jüdisches Leben unaufhaltsam.

Ein Alarmzeichen für die Religionsfreiheit in Europa

Für FOREF Europe sind die Ergebnisse des J7-Berichts mehr als nur eine punktuelle Bestandsaufnahme: Sie sind ein Symptom für den schwindenden Respekt vor der fundamentalen Gewissens- und Religionsfreiheit.

Wenn Menschen ihre Identität oder ihren Glauben im öffentlichen Raum verbergen müssen, um physische Gewalt zu vermeiden, verliert eine Gesellschaft ihren inneren Halt. Die Tatenlosigkeit und die Gewöhnung an hohe Vorfallszahlen bedrohen nicht nur die jüdische Gemeinschaft, sondern das Fundament der Menschenrechte insgesamt.

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

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