Einmut gegen Extremismus: Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin hat der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) die Tat aufs Schärfste verurteilt. In einer offiziellen Erklärung betont die Vereinigung, dass Gewalt gegen Unschuldige im Widerspruch zu den ethischen Grundsätzen des Islam steht, und fordert gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Entsetzen nach der Tat auf dem CSD Berlin
Der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin löste bundesweit Bestürzung und Trauer aus. Wenn Menschen aufgrund ihrer Identität oder Lebensweise zur Zielscheibe von Gewalt werden, trifft dies die Grundwerte einer freien und pluralistischen Gesellschaft im Kern.
Nach aktuellem Ermittlungsstand der Sicherheitsbehörden wird von einer terroristischen Tat mit mutmaßlich islamistischer Motivation ausgegangen. Der ZMD sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus und warnte vor der Instrumentalisierung von Religion für extremistische Zwecke.
"Wer Religion für Hass missbraucht, handelt gegen den Islam"
In seiner Stellungnahme stellte der Zentralrat klar, dass eine extremistische Ideologie religiöse Bezüge missbraucht, um Hass zu schüren und Menschen gegeneinander aufzubringen. Zur Untermauerung verweist der Verband auf die zentralen Schutzprinzipien des menschlichen Lebens im Qur’an:
„Wenn jemand einen Menschen tötet […] so ist es, als tötete er die Menschen allesamt. Wenn aber jemand einem Menschen das Leben bewahrt, so ist es, als würde er das Leben aller Menschen bewahren.“ — Sure 5:32
Gewalt gegen Unschuldige finde im Islam keine Rechtfertigung. Wer Glauben für menschenverachtende Ziele instrumentalisiert, handle direkt gegen die ethischen Fundamente der Religion.
Religionsfreiheit und Menschenwürde als gemeinsames Fundament
Ein zentraler Aspekt der Erklärung ist der Schutz der Menschenwürde – ein Wert, der sowohl im deutschen Grundgesetz als auch in der islamischen Ethik fest verankert ist:
- Schutz aller Minderheiten: Niemand darf aufgrund seiner sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität, Religion oder Herkunft Opfer von Gewalt werden.
- Unantastbarkeit der Würde: Die Würde jedes einzelnen Menschen bildet das Fundament für ein friedliches Zusammenleben.
- Klare Absage an Spaltung: Extremistischen Ideologien, die die Gesellschaft spalten wollen, muss mit Besonnenheit und Entschlossenheit begegnet werden.
Fazit: Gemeinsam gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit
Der Anschlag zeigt einmal mehr, wie wichtig das gemeinsame Einstehen für Religionsfreiheit, Menschenwürde und persönliche Sicherheit ist. Die Antwort auf Hass und Terror darf nicht Spaltung sein, sondern der verstärkte Einsatz für die Freiheit und Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger – unabhängig von Glauben oder Lebensweise. Insoweit begrüßen wir die Stellungnahme des Zentralrats, der sehr deutliche Worte findet.