Sind die Vereinigten Staaten auf dem Weg zum Gottesstaat?
In den USA gewinnt die Debatte über das Verhältnis von Staat und Religion im Bildungssystem an Dynamik. Ein aktueller Bericht des Portals Watson beleuchtet diesbezügliche Entwicklungen um Trump und in Texas.
In Texas hat die Schulbehörde angeordnet, dass bestimmte Bibelstellen im Unterricht gelesen werden müssen. Zudem wurde der Beschluss gefasst, die Zehn Gebote in Klassenzimmern aufzuhängen, was nach juristischen Auseinandersetzungen von einem Berufungsgericht bestätigt wurde.
Kritiker sehen in diesen Maßnahmen eine Aufweichung der verfassungsrechtlichen Trennung von Kirche und Staat sowie eine Einschränkung der religiösen Neutralität öffentlicher Institutionen. Befürworter hingegen begründen die Beschlüsse mit dem christlichen Erbe der Nation. Unterstützt werden solche Initiativen maßgeblich von konservativen und evangelikalen Gruppierungen, die in der aktuellen politischen Führung unter Präsident Donald Trump und seinem Umfeld wichtige Verbündete sehen.
Der Missbrauch von religiösen Zeichen, Worten, Symbolen und Ideen - und damit letztlich von Wählern - für politische Zwecke durch Politiker wird diesseits kritisch gesehen. Ein Gottesstaat würde Pluralismus, Religions- und Weltanschauungsfreiheit jedenfalls empfindlich schwächen.