Am 24.06.2026 um 11 Uhr (und damit in wenigen Tagen) wird in Berlin im Tiergarten ein Mahnmal für die während des Nationalsozialismus ermordeten und verfolgten Zeugen Jehovas (ca. 282 wurden wegen Kriegsdienstverweigerung hingerichtet bzw. ermordet, weitere ca. 55 starben an Krankheit in Haft; 2.800 deutsche und 1.400 weitere Bibelforscher wurden in Konzentrationslager inhaftiert; je nach Schätzung starben insgesamt deutlich über 1.000 Menschen während des Unrechtregimes) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Zeugen Jehovas leisteten als einzige christliche Glaubensgemeinschaft im Nationalsozialismus kollektiven Widerstand. Weil sie den Eid auf Adolf Hitler, den Wehrdienst und die Rüstungsarbeit verweigerten, wurden sie vom NS-Regime – auch auf Drängen der großen Amtskirchen – grausam verfolgt. Rund 4.200 Gläubige aus ganz Europa wurden in Konzentrationslagern inhaftiert, Hunderte hingerichtet oder starben in Haft. Trotz der Verfolgung blieben sie standhaft und schmuggelten Untergrundinformationen. Zudem halfen viele von ihnen anderen Verfolgten; so rettete das Ehepaar Gumz die Jüdin Inge Deutschkron und deren Mutter. Bis heute wurden 20 Zeugen Jehovas von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Um an ihr Schicksal zu erinnern, wird am 24. Juni in Berlin ein neues Mahnmal feierlich enthüllt. Die rund fünf Meter hohe Bronzeskulptur in Form eines Baumstamms steht am östlichen Rand des Tiergartens. Der Standort besitzt historischen Bezug: Ganz in der Nähe tauschten die Zeugen Jehovas jahrelang getarnt Informationen im Untergrund aus, bis die Gestapo den Treffpunkt 1936 zerschlug.
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