In der Sektendiskussion haben wir oft Vorwürfe wie Machtmissbrauch, Drogenabusus oder Spenden. Doch was in vielen Fällen nicht diskutiert wird ist der positive Volkswirtschaftliche und sonstige Aspekt, den Religionsgemeinschaften ausüben.
Schauen wir nach Frankreich zum FMND, über den wir hier bereits berichtet hatten: Dort gehört die einheitliche Bildung von Leib, Seele, Intelligenz, Wille zur Mission. Berichtet man hierüber? Nein.
Schauen wir zum Orden der Transformanten. Dass der dortige Religionsstifter Robert Baart Menschen in ihren Potentialen in der Entfaltung gefördert und von Drogenkonsum weggebracht hat, interessiert niemanden. Wo wäre das vermeindliche Opfer "E." heute, wenn man ihre Familie nicht aus dem Drogensumpf herausgeholt hätte?
Wenn über die Zwölf Stämme berichtet wird, wird meist nur von deren umstrittenen Erziehungsmethoden berichtet. Doch wer berichtet davon, dass diese sich umfangreich um Kinder mit Behinderungen oder (sterbens)kranke Angehörige von Mitgliedern kümmern? Es wird nur darüber berichtet, dass man sein Eigentum aufgibt wenn man - dem Beispiel der Apostel folgend - Mitglied wird. Dass aber die Gemeinschaft dann auch für Wasser und Brot aufkommt, Kleidung, Arbeitsmittel, oder gar den Ausstieg unterstützt mit Wohnung oder Auto, das wird nicht diskutiert. Wieso auch, es passt ja nicht ins Sektennarrativ.
An dieser Stelle kann man sicherlich von der katholischen Kirche lernen. Deren Schulen, Kindergärten, Pflegeheime und Krankenhäuser werden weitgehend staatlich finanziert; trotzdem ist das soziale Ergebnis dem Karma der Kirche gutgeschrieben (auch wenn hierüber natürlich - typisch deutsch, immer dagegen, immer negativ) Denn "Tue Gutes" mag für die meisten Religionen selbstverständlich sein. Aber reden wir auch darüber?
"Tue Gutes und rede darüber"
Michael Langhans, FOREF Deutschland
Unser Ratschlag:
Unser Rat von FOREF an alle Gemeinschaften:
- Setzen Sie sich transparent mit Vorwürfen auseinander. Diese müssen sie nicht negieren oder bestreiten, aber zumindest offen ansprechen.
- Setzen Sie ein Gegengewicht, indem sie über "das Gute" sprechen, dieses erwähnen.
- Lassen Sie nicht zu, dass nur negative Informationen einfach verfügbar sind.
Unsere Empfehlung an Presse, Aussteiger und Sektenberatungsstellen
- Berichten sie ausgewogen über positives wie negatives
- Wer sich nur an negatives erinnert, ist unglaubwürdiger als der, der alle Umstände benennt. Seien Sie glaubwürdig!