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Tragen einer Kippa als Solidaritätsbekundung zulässig oder Öl ins Feuer gießend?

Tragen einer Kippa als Solidaritätsbekundung zulässig oder Öl ins Feuer gießend?
Symbolbild, KI generiert

Der Appel des Dekans Gretter aus Meran zusammengefasst

RaiNews berichten über eine Aussage von Don Mario Gretter und stellen dessen Aussage in den Mittelpunkt: Es brauche einen gewaltfreien Weg. Mehr deutet der Text nicht als Grundsatzthese aus, sondern als klaren Appell in einer angespannten Lage. Was war passiert? Als Reaktion auf einen Angriff auf einen Juden in Rom trug Gretter eine Woche lang eine Kippa als Zeichen der Solidarität. Ob er darüber hinaus als katholischer Priester erkennbar war, wird leider nicht benannt.

Was Gretter im Kern sagt

Die Kernaussage des Beitrags ist einfach: Gretter fordert eine Rückkehr zu einem gewaltfreien Weg. Damit setzt der Artikel den Fokus auf eine Haltung, die Konflikte nicht durch Eskalation, sondern ohne Gewalt angehen will.

Der Satz ist deshalb zentral, weil er den gesamten Beitrag trägt. Er steht für den Hauptpunkt, den der Artikel vermitteln will. Gretter formuliert keinen weit ausgreifenden Kommentar, sondern einen kompakten Appell.

"Es gibt ein Gewaltpotential, das einfach immer mehr wird. Und das ist meine Sorge, weil wenn wir nicht ein bisschen herunterschrauben und zu einem gewaltfreien Weg finden, dann werden wir uns einfach niedermetzeln, für jede einzelne Sache."

Der Beitrag bleibt dabei eng an dieser Botschaft. Er ordnet die Aussage als Reaktion auf eine schwierige Situation ein, ohne sie auszuschmücken. Gerade diese Kürze macht deutlich, worum es geht: Gewalt soll nicht der Maßstab für weiteres Handeln sein.

Welche Lösung der Artikel anspricht

Die angesprochene Lösung bleibt im Beitrag allgemein gehalten. Gemeint ist ein Weg, der ohne Gewalt auskommt und auf eine andere Form des Umgangs mit dem Konflikt zielt.

Three people sit at a round table discussing peacefully with open gestures and hands on the table.

Doch ist das Tragen einer Kippa eine Lösung?

Die erste Kritik wird von Rai benannt: Er würde sich nur für bestimmte Gruppen stark machen.

Doch ist es wirklich mit "Kostümieren" getan? In einer Zeit, in der Blackfacing auch bei den "Drei Königen" kritisch gesehen wird, kann es keine Lösung sein, sich als Jude zu kleiden. Ich selber mir hätte ein klares Bekenntnis zur Religionsfreiheit, insbesondere wenn man Monotheistisch wie bei allen Abrahamistischen Religionen Juden, Christen und Moslems an denselben Gott glaubt. Faktisch sind ja alle dann doch ein wenig Jude und Christ und Moslem.

Und genau darin liegt das Problem: Die Freiheit des Andersdenkenden ist zu schützen, nicht die des Bruders, der dasselbe lebt und denkt (wenn ich so frech sein darf und diese drei Religionen als "Dasselbe" beschreiben darf.

"I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."

(Evelyn Beatrice Hall, The Friends of Voltaire)

Aber ich ich möchte Gretters Geste nicht unnötig schlecht reden. Das Problem der Religionsfreiheit ist doch, dass es solcher Symbole und Gesten 2026 wieder bedarf. Und das ist das beängstigende.

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

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