Zum Inhalt springen

Soziales Engagement der Hoa-Hao-Gemeinschaft in Cần Thơ

Soziales Engagement der Hoa-Hao-Gemeinschaft in Cần Thơ
Symbolbild, KI-generiert

Einen etwas anderen Bericht über eine "Sekte" konnten wir hier lesen.

Zusammenfassung:

Der nachrichtliche Bericht schreibt über die Bilanz der wohltätigen Aktivitäten der buddhistischen Hoa-Hao-Gemeinschaft in der vietnamesischen Stadt Cần Thơ für das Jahr 2025 sowie die Planungen für das Jahr 2026 und verzichtet nicht auf den Begriff "Sekte". Gleichwohl schafft er es, positives Engagement in den Mittelpunkt zu stellen und nicht falsche oder einseitige Narrative zu bedienen. Zudem kommt dieses Engagement bei Behörden gut an und soll ausgebaut werden.

Wesentliche Eckpunkte des Berichts:

Volumen: Im Jahr 2025 mobilisierte die Gemeinschaft insgesamt über 112 Milliarden VND (umgerechnet etwa 4,2 Millionen Euro) für soziale Zwecke.

Es erfolgte die Verteilung von über 4.200 Hilfspaketen an Bedürftige während der Feiertage (Tet-Fest). Man setze über 19 Brücken instand und sanierte über 6 km Straßenwegen.

Die Gemeinschaft ist in Cần Thơ stark verankert und umfasst rund 40 Verwaltungsräte auf lokaler Ebene mit über 275.000 registrierten Anhängern.

Für das Jahr 2026 betonte Lam Hoang Mau, Direktor der Abteilung für ethnische Minderheiten und Religionen, das Ziel, dieses soziale Potenzial weiter auszuschöpfen, um Wohlfahrtsprojekte und die ländliche Entwicklung voranzutreiben.

Einordnung des Begriffs „Sekte“ und des sozialen Engagements

Besonders bemerkenswert an der Berichterstattung ist die Verwendung des Terminus „Sekte“ (im vietnamesischen Kontext oft als Bezeichnung für eine spezifische religiöse Abspaltung oder Gruppierung genutzt), der im westlichen Sprachgebrauch häufig negativ behaftet ist.

Trotz – oder gerade wegen – dieser begrifflichen Einordnung ist es als positiv zu bewerten, dass der Artikel den Fokus explizit auf die gesellschaftliche Integrationsleistung und das enorme soziale Engagement dieser Gemeinschaft legt. Anstatt die Gruppierung aufgrund ihrer Klassifizierung zu marginalisieren, wird sie hier als tragende Säule der Zivilgesellschaft dargestellt. Das hätte man sich auch in Japan bei den Entscheidungen rund um die Vereinigungskirche gewünscht. Offenbar war man dort dazu nicht in der Lage.

Dass eine Gemeinschaft, die als „Sekte“ bezeichnet wird, einen so signifikanten Beitrag zur öffentlichen Infrastruktur und Armutsbekämpfung leistet, und dieser willkommen ist, unterstreicht, dass religiöse Identität und patriotisches, gemeinnütziges Handeln in diesem Kontext Hand in Hand gehen können. Man muss es nur zulassen und zulassen wollen.

Die Anerkennung durch staatliche Stellen zeigt, dass der gesellschaftliche Nutzen hier schwerer wiegt als konfessionelle Abgrenzungen.

Quelle

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

Alle Artikel

Weitere in International

Alle anzeigen

Weitere von Michael Langhans

Alle anzeigen