Dieser doch recht alte Artikel ist mir heute "aufgeploppt", ich möchte gleichwohl etwas dazu schreiben:
In dem Artikel des Zofinger Tagblatts (basierend auf einem Interview bzw. Aussagen aus dem Jahr 2016) äußert sich die damalige Bundesrätin Simonetta Sommaruga kritisch zu Fehlentwicklungen in der Integrationspolitik.
Sommaruga betont, dass Integration keine Einbahnstraße ist. Zugewanderten stünden in der Pflicht, sich aktiv zu integrieren, die Landessprache zu lernen und die hiesigen Grundwerte zu respektieren.
Überholte Tradition?
Doch ist das Handgeben oder nicht Hand geben wirklich ein Problem der Religionsfreiheit oder Tradition?
Erstens kenne ich ausreichend Muslime, die die Hand geben, auch um Vorurteile auszumerzen, nicht aber aus Überzeugung.
Zweitens ist seit der Pandemie der Händedruck ohnehin irrelevant.
Drittens, und das ist mein Hauptproblem, ist historisch etwas seit dem 5. Jh. v. Chr. der Handgriff ein Signal an den Gegenüber, dass man unbewaffnet sei, weshalb oft die Schwerthand hierzu genommen wurde. Das "Händeschütteln" sollte ursprünglich sicherstellen, dass keine versteckten Gegenstände im Ärmel sind.
Sind wir doch einmal ehrlich: Wer hat es schon erlebt, dass der, der die Hand zeremoniell gibt, danach einem doch irgendwie "das Messer in den Rücken" rammt, also im übertragenen Sinn? Hat dieses Händegeben daher angesichts solcher Erfahrungen, die jedermann schon gemacht haben dürfte, überhaupt noch einen Wert?
Ich sage nein. Händeschütteln ersetzt nicht ehrliche Freundlichkeit. Was habe ich davon, wenn jemand miesepetrig die Hand schüttelt? Ist da ein Lächeln mit einem persönlichen Gruss nicht das bessere Zeichen für Friede, Ehrlichkeit und Freundlichkeit?
Wie ist Ihre Meinung zum Thema?
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