Zum Inhalt springen

Religionsfreiheit zwischen Gestern und Heute: Einblicke aus dem UPF-Webinar

Religionsfreiheit zwischen Gestern und Heute: Einblicke aus dem UPF-Webinar
Screenshot des Webinars der UPF vom 24.03.2026

Am 24.03.2026 fand ein UPF (US) Meeting statt. Inhaltlich ging es vorallem um Verfolgungen aus religiösen Gründen in der Tschechoslowakei während des Kommunismus.

Der offizielle Text zum Video lautet:

Religionsfreiheit ist das Grundrecht jedes Einzelnen, jede beliebige Religion – oder gar keine – auszuüben, ohne Diskriminierung oder staatlichen Zwang befürchten zu müssen. Das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat schützt dieses Recht, indem es verhindert, dass die Regierung einen bestimmten Glauben vorschreibt oder bevorzugt. Dennoch werden diese grundlegenden Schutzrechte heute in vielen Teilen der Welt zunehmend infrage gestellt, eingeschränkt oder manipuliert. Dieses Webinar wird den Zustand der Religionsfreiheit in der ehemaligen kommunistischen Tschechoslowakei untersuchen und beleuchten, wie er sich in der modernen, unabhängigen Tschechischen Republik entwickelt hat, während gleichzeitig allgemeinere globale Trends berücksichtigt werden, welche die Religionsfreiheit beeinflussen.
Begleiten Sie Martin Slezák und Dr. Juraj Lajda, die hinter dem Eisernen Vorhang der Sowjetunion aufgewachsen sind und wissen, was religiöse Unterdrückung bedeutet. Ebenfalls mit dabei ist Cheryl Wetzstein, preisgekrönte ehemalige Reporterin der Washington Times, die heute die Times Global Media Group berät. Moderiert wird die Veranstaltung von Ray Lipowcan, dem Exekutivdirektor der UPF Western Pennsylvania.

Zusammenfassung des Meetings

Das von der Universal Peace Federation (UPF) und der International Media Association for Peace (IMAP) veranstaltete Webinar befasste sich mit der komplexen Beziehung zwischen Kirche, Staat und Religionsfreiheit.

Historischer Rückblick (Dr. Juraj Lajda): Er schilderte die systematische Verfolgung religiöser Gruppen in der Tschechoslowakei unter dem kommunistischen Regime (1948–1989). Religion wurde als Klassenfeind betrachtet; Klöster wurden gewaltsam aufgelöst und Geistliche in Schauprozessen zu Haftstrafen verurteilt.

Moderne Herausforderungen (Martin Slezak): Er erläuterte die rechtliche Lage in der heutigen Tschechischen Republik. Trotz der Demokratisierung gibt es weiterhin bürokratische Hürden (wie die notwendige Anzahl von Unterschriften für die Registrierung als Religionsgemeinschaft) und die Gefahr staatlicher Auflösung bei „Störung der öffentlichen Ordnung“.

US-Perspektive & Globale Trends (Cheryl Wettstein): Sie gab einen Überblick über die US-Geschichte der Religionsfreiheit und warnte vor der weltweiten Erosion dieser Rechte.

Aktuelle Sorgen: Die Sprecher äußerten besorgte Vergleiche zwischen ehemaligen kommunistischen Methoden und aktuellen Entwicklungen in Japan und Südkorea, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit religiösen Minderheiten.

Das Erbe des Kommunismus: Systematische Unterdrückung

Die Frage, wie Staat und Religionsgemeinschaften koexistieren, ist weit mehr als eine juristische Formsache – sie ist ein Gradmesser für den Zustand einer Demokratie. In dem oben beschriebenen, aktuellen Webinar der Universal Peace Federation (UPF) diskutierten Experten über die historische Unterdrückung von Glaubensgemeinschaften im ehemaligen Ostblock und die subtilen Herausforderungen, denen sich religiöse Minderheiten heute weltweit gegenübersehen.

Dr. Juraj Lajda eröffnete die Diskussion mit einem eindringlichen Rückblick auf die Tschechoslowakei zwischen 1948 und 1989. Unter der Ideologie des Marxismus-Leninismus wurde die Kirche nicht nur als „Opium für das Volk“, sondern als aktiver Klassenfeind betrachtet.

Die wesentlichen Aspekte der damaligen Verfolgung waren:

Aktion K (1950): Eine nächtliche Razzia, bei der Klöster gewaltsam geschlossen und Mönche sowie Nonnen interniert wurden.

Staatliche Kontrolle: Geistliche benötigten eine staatliche Genehmigung für ihre Arbeit; bei „Illoyalität“ wurde diese entzogen.

Harte Repression: Zwischen 1948 und 1989 wurden über 200.000 Menschen aus politischen oder religiösen Gründen verurteilt, 248 wurden hingerichtet.

UPF-Webinar vom 24.03.2026

Die heutige Lage: Bürokratie als Barriere

Martin Slezak, Jurist aus Prag, schlug die Brücke zur Gegenwart. Zwar ist die Tschechische Republik heute eine Demokratie, doch die rechtliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft bleibt hürdenreich. Lange Zeit waren 10.000 Unterschriften für eine Registrierung nötig – eine Zahl, die für kleine Gruppen fast unerreichbar war.

Slezak kritisierte, dass moderne Gesetze dem Staat oft weitreichende Befugnisse einräumen, Organisationen aufzulösen, wenn diese die „öffentliche Ordnung“ stören. Er zog Parallelen zur aktuellen Situation in Japan und Südkorea, wo staatliche Eingriffe in die Religionsfreiheit unter dem Deckmantel des Gemeinwohls wieder zuzunehmen scheinen.

Die Rolle der Medien und der Geschichte

Cheryl Wettstein, langjährige Journalistin aus den USA, betonte, dass der Kampf um Religionsfreiheit ein fortwährender Prozess ist. Sie erinnerte daran, dass selbst die USA über 180 Jahre brauchten, um ein stabiles Gleichgewicht zwischen Kirche und Staat zu finden.

Wettstein sieht eine zentrale Aufgabe in der Arbeit der Medien: Journalisten müssten religiöse Themen respektvoll und sachlich aufarbeiten, um Vorurteile abzubauen und den Dialog zwischen „Gott und Nicht-Gott“-Weltanschauungen zu fördern.

Fazit

Das Webinar verdeutlichte, dass Religionsfreiheit kein statisches Gut ist. Während die Methoden der Unterdrückung im 20. Jahrhundert physischer Natur waren (Gefängnis, Arbeitslager), zeigen sich heutige Einschränkungen oft in Form von medialer Stigmatisierung und bürokratischen Hürden. Die Experten waren sich einig: Nur eine wachsame Zivilgesellschaft und ein fairer rechtlicher Rahmen können sicherstellen, dass das Grundrecht auf Glaubensfreiheit weltweit gewahrt bleibt.

Michael Langhans

Michael Langhans

Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.

Alle Artikel

Weitere in International

Alle anzeigen

Weitere von Michael Langhans

Alle anzeigen