Die Süddeutsche Zeitung schreibt Ihnen über ihre missionarische Tätigkeit im Münchner Umland die folgenden Worte zu:
“Bestimmt werden einige denken, dass wir von einer Sekte sind, damit rechne ich immer, wenn ich öffentlich als Kirche auftrete. Im Gespräch kann man den Verdacht aber in der Regel gut ausräumen. Wir wollen nicht aufdringlich sein.“
Brauchen Sie dieses Diskreditieren anderer Religionsausübungen und -weisen als Selbstbestätigung, oder warum verwenden sie den bekanntlich nicht zu verwendenden, diskriminierenden und despektierlichen S.-Begriff? Ist das “Nächstenliebe” oder die Arroganz der “Macht”?
Keine Diskussion ob die katholische Kirche eine Sekte ist
Ich möchte jetzt an dieser Stelle nicht die Diskussion führen, ob die katholische Kirche eine Sekte im engeren Sinn ist und auf Verfehlungen auch leitender Angestellter Ihrer Glaubensgemeinschaft eingehen oder darauf, dass das Gros der Wissenschaft den Begriff “Sekte” auf “secta”, also auf eine abgespaltene Schulrichtung, die sich von einer herrschenden Überzeugung unterscheidet, abstellt - was unschwer auf die Lehren der katholischen Kirche, deren Gründer Jesus Christus eben aus dem Judentum herrührt.
Clickbait mit dem Begriff Sekte vermeiden
Mir geht es um den Clickbait mit dem Keyword ohne Sinn und Verstand, nicht passend zum Thema. Muss das sein? Ich hätte es schöner gefunden, wenn die spannende Idee des Aschenkreuz to go ohne diesen Fauxpas geschildert worden wäre. Und ja, selbst wenn man den S. Begriff verwenden dürfte, sollte man sich die Frage stellen ob man nicht auch von diesen Menschen lernen kann. Auf Menschen zugehen ist keine Sektiererei, sondern die Bedürfnisse der Menschen wahrnehmen. Hier erwarte ich mir von der Amtskirche mehr Reflexion und weniger Populismus.
Gleichwohl wünsche ich Ihnen morgen bei Ihrer missionarischen Mission viel Erfolg und gute Gespräche - wie ich es allen anderen Gläubigen oder Ungläubigen in vergleichbarer Mission wünsche.
Herzlichst
Ihr Michael Langhans

Michael Langhans, Executive Director FOREF Deutschland, Volljurist, Familienrechtsexperte und Menschenrechtsaktivist.
Dieser Artikel gibt die persönliche Meinung des Autors wieder.
Abstract
In this open letter, Michael Langhans criticizes Pastoral Assistant Johannes van Kruijsbergen for using the derogatory term “sect” in a newspaper interview to distance the Catholic Church from “intrusive” groups. Langhans argues that such language is discriminatory, populist, and intellectually inconsistent given the historical origins of Christianity as a splinter movement. While supporting the innovative “Ashes to Go” initiative, the author calls for the Church to show more humility and reflection rather than relying on linguistic devaluation to validate its own public presence.