Vergleichender Kommentar zum Umgang mit Hak Ja Han Moon in Korea
Katholiken hören es dieser Tage in beinahe jeder Messe: Die Passion vom Leiden und Sterben Christi. Dieser hatte sich als König der Juden bezeichnet, was man als Affront gegen den römischen Kaiser empfand. Mit dem jüdischen Etablishment hatte er sich auch angelegt. Die Strafe: Die damals brutalste Todesstrafe des Kreuzigens.
Wie die Verfolgung eines Religionsstifters eine Kirche erschuf
Resultat, von Pontius Pilatus so sicher nicht beabsichtigt: Aus 12 Aposteln und einem Sohn Gottes wird eine Weltreligion mit 2.6 Milliarden Mitgliedern. Im Internet würden wir von einem Streisand-Effekt sprechen, offenbar ging die Aktion gehörig nach hinten los. Den Effekt eines Märtyrers samt Auferstehung hatte die römische PR damals kaum auf dem Schirm.
Und trotzdem versuchen heute nach wie vor Regierungen, über Religionsgründer und -stifter oder über die Familien von Gläubigen die Gemeinschaften zu zerstören. Funktioniert hat es selten, meist erreicht man da Gegenteil. Und trotzdem wird man nicht müde, immer wieder dieselben Methoden an Menschen oder Göttern anzuwenden.
Haft von Hak Ja Han Moon
Aktuell steht die Ehefrau des Religionsstifters Sun Myung Moon, Hak Ja Han Moon, unter verschärften Haftbedingungen. Die Mutter des Friedens, die nach dem Tod ihres Mannes die Leitung der Vereinigungskirche respektive Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung übernommen hat, steht unter dem Verdacht, politischen Einfluss ausgeübt zu haben mit Luxusgeschenken und politischer Unterwanderung einer Partei durch Mitglieder.
Lassen wir einmal außen vor, dass Geschenke an Politiker üblich sind (und manchmal übertrieben), ist die Frage, ob man eine 83 jährige Person, die von vielen als "wahre Mutter" verehrt wird, einsperren muss. Verdunklungsgefahr oder eher eine Machtdemonstration? Dass man die Religionsführerin dann aus der Haft entlässt und danach wieder inhaftiert, macht das Bild nicht besser. Bekannte "Sektenführer" wie Franz Beckenbauer in der DFB-Sommermärchen-Affäre oder Martin Winterkorn im Diesel-Skandal scheiterten immer an den gesundheitlichen Bedingungen der Verdächtigen und wurden eingestellt.
Die Geschichte kennt solches Vorgehen
Trotzdem kennt die Geschichte der Sekten viele vergleichbare Versuche, eine Religion über Menschen zu vernichten. Robert Baart vom Orden der Transformanten zu inhaftieren hat die niederländische Glaubensgemeinschaft nur gestärkt. Raids gegen Kinder der Zwölf Stämme haben diese zwar aus Deutschland vertrieben, die Familien gedeihen aber in der Welt und leben zufrieden. Auch das Versterben ihres Stifters Yoneq hat hieran nichts geändert. Ob man Charlie Kirk als Martyrer der MAGA Bewegung sehen will oder nicht: Seine Ermordnung hat der Bewegung eher genutzt als geschadet und seine Frau führt seine Arbeit fort.
Wann also hat je eine Behörde eine echte Religion geschwächt, indem man einen ihrer Führer eingesperrt oder ermordet hat? Was in der Politik bei Che Guevara und Nelson Mandela nicht funktionieren konnte, hat schon mit der Vernichtung von Jesus Christus nur das Gegenteil erreicht. Aber lernen will die Politik daraus nichts. Zu Machtbewusst ist man, zu wenig emphatisch und zu wenig gläubig.
Letztlich stärkt dieses politische Vorgehen die Religionen und deren Zusammenhalt
Die Behörden unterstützen also Religionen und Glaubensgemeinschaften, wenn sie gegen deren Führer vorgehen. Zu unbeholfen sind die Vorgänge, zu deutlich politisch motiviert, zu wenig rechtlich glaubwürdig und nachprüfbar, zu wenig menschlich angemessen. Jedenfalls wird dadurch der Beweis geführt, dass eine Bewegung von den Ideen, nicht den Menschen dahinter, abhängig ist. Sie bleibt daher dem politischen Etabishment ein Dorn im Auge.
Die Behörden führen also den Beweis, dass Ideen hinter einem Glauben mehr sind als das Leben und die Behandlung ihrer Gründer. Das ist seit ca. dem Jahr 30 n. Chr. so und hat sich bis heute nicht geändert. Auch das sollten wir an Ostern bedenken.
Nobelpreis-Nominierung durch Ján Figel für Hak Ja Han Moon
An dieser Stelle überrascht es dann nicht, dass FOREF Präsident Ján Figel Dr. Hak Ja Han Moon nun für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen hatund auf die umfangreichen Lebensleistungen von ihr hinweist:
"Nominierung für den Friedensnobelpreis für Dr. Hak Ja Han eingereicht
Dr. Jan Figel, ehemaliger EU-Sonderbeauftragter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, hat Dr. Hak Ja Han von der Familienföderation (FFWPU) offiziell für den Friedensnobelpreis 2026 nominiert.
In seinem Nominierungsschreiben führte Figel folgende Errungenschaften an:
- Interreligiöse Zusammenarbeit: Ernennung tausender Friedensbotschafter weltweit, um religiöse Gräben zu überbrücken.
- Frieden auf der koreanischen Halbinsel: Organisation von „Rally of Hope“-Gipfeltreffen zur Förderung einer friedlichen Wiedervereinigung.
- Humanitäre Anerkennung: Gründung des Sunhak-Friedenspreises zur Ehrung globaler Friedensverfechter.
- UN-Engagement: UPF und WFWP halten den umfassenden Konsultativstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC).
- Friedensinitiative am 38. Breitengrad: Ein Vorschlag zur Errichtung eines internationalen Friedensparks in der DMZ (entmilitarisierten Zone), ganz im Sinne von Nobels Vision der Abschaffung bewaffneter Konflikte.
- Kulturdiplomatie: Einsatz des Tanz- und Gesangsensembles „Little Angels“, um Friedensbotschaften in die ganze Welt zu tragen.
Zur anhaltenden Inhaftierung von Dr. Han erklärte Figel, dass viele internationale Beobachter diese als politisch motiviert ansehen, mit dem Ziel, ihre weltweite Friedensarbeit zu behindern.
Er wies darauf hin, dass US-Vizepräsident J.D. Vance (@JDVance) ihren Fall während offizieller Gespräche direkt gegenüber dem südkoreanischen Premierminister zur Sprache gebracht hat – ein Zeichen dafür, dass ihre Inhaftierung zu einer Angelegenheit von dringender internationaler Besorgnis geworden ist."
(Quelle)