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Wien, EU-Plakate - Das Gfrett mit der Freiheit

 

Kommentar:

Das Gfrett mit der Freiheit.

 von Günther Ahmed Rusznak


EU- Hoserl und kopulierende Politiker (inkl. bzw. mit der Queen) auf Plakaten regen auf. Zu nackt, zu pornografisch, zu Frauen verachtend. Aber nicht nur die Nackten, die Kopulierenden regen auf. Auch die Angezogenen. Die da in Mäntel und Kopftücher verhüllt daherkommen. Die da jeden sexuellen Anreiz schon im Keim d.h. in voller Gewandung oder Verhüllung, ersticken. Auch das regt auf. Aber die einen berufen sich auf die Freiheit der Kunst, die anderen auf die Freiheit der Religionsausübung, also auf die Religionsfreiheit. Na dann! Warum regen wir uns dann auf?

Da wären halt noch die Kultur bedingten Reste eines Schamgefühls, das die meisten von uns, vor allzu viel Entblößung zurückschrecken lässt. Doch Kulturen gibt es viele und letztendlich auch solche, welche eine totale Verhüllung, zumindest des weiblichen Körpers, verlangen. Unsere westliche, mitteleuropäische, moderne oder was auch immer Kultur geht hier schon recht locker damit um. „Sex sells“ heißt das Schlagwort. Und dieses Schlagwort wird auch ununterbrochen in der Werbewirtschaft hochgehalten. Meist in keinem Zusammenhang mit dem Produkt, räkelt sich ein nahezu unbekleideter Frauenkörper durchs Bild oder über den Bildschirm. Auf Automessen „verzieren“ schwach bekleidete Mädchen die Meisterwerke der Automobilbaukunst. Entschuldigung! Hier ist doch tatsächlich wieder Kunst im Spiel und damit die Freiheit der Kunst zu gewährleisten. Nur bei Schokolade, Milchprodukten und Videorecordern u.s.w. muss ich passen. Da fällt mit kein Zusammenhang ein. Oder doch? Ist es nicht auch eine Kunst, hier einen Zusammenhang zu (er)finden, den Müsliriegel mit einer Nackten zu verbinden? Na also!

Pornografie ist da schon wieder etwas anderes. Unzüchtiges Bild und Schriftmaterial steht als Erklärung in meinem Lexikon. Was für ein Wort: Unzucht! Als wäre nicht schon „Zucht“ schrecklich genug, kommt da noch ein „Un“ dazu. Fürchterlich! Auch unsere herrliche Sprache kann manchmal schreckliche Wörter hervorbringen. Oder sollten wir vielleicht sagen, treffende Worte? Aber lassen wir diese Betrachtungen beiseite. Für mich ist die Entwürdigung der Frau als solches, das schlimmste Verbrechen dabei. Lustobjekt! Ein Mensch wird zum Objekt. Zur Sache. Und diese gilt es dann zu vermarkten. Geht’s noch scheußlicher?

Aber verweigert sich dann eine Gruppe dieser kollektiven Entwürdigung und Degradierung, wird auch sie wieder angefeindet. Das möge verstehen wer will, ich bin dazu nicht in der Lage. Maximal ein viertel Quadratmeter Stoff über den Kopf gezogen, erweckt jede Menge an Ressentiments. Die restliche Verhüllung stört dann schon nicht mehr so, aber doch noch ein wenig zumindest. Und damit schließt sich der Kreis. Nacktheit, Pornografie, Frauenverachtung – Pfui und nochmals pfui! Freiheit der Kunst? Na selbstverständlich! Verhüllung aus religiösen Gründen? Nie und nimmer! Religionsfreiheit? Na klar doch! Für mich stellt sich nur mehr eine Frage, oder besser gesagt zwei: Bin ich verrückt oder die anderen? Sagen Sei mir ihre Meinung dazu.

P.S.: Ein Vorschlag zur Güte: Jeder Österreicher wechselt nur einmal wöchentlich seine Unterwäsche (Vorsicht – Statistik!). Die Regierung möge daher an alle Bürger einen Sechserpack EU – Unterhosen (auch für Männer) ausgeben. Vielleicht wird’s dann besser und wir alle profitieren dann doch noch von der Kunst. Der Kunst des Schenkens!

Günther Ahmed Rusznak
Generalsekretär
Islamisches Informations- und
Dokumentationszentrum Österreich
rusznak@religionsfreiheit.at


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