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Bundesstelle für Sektenfragen: Jahresbericht 2004

Sozialministerin Ursula Haubner schlägt Alarm: "Sekten" und Kulte sind heute eine große Gefahr vor allem für Jugendliche". Stichhaltige Beweise für diese Behauptung bietet sie jedoch nicht - genauso wenig wie die Bundessektenstelle. Sind eine halbe Million Euro Steuergelder für eine obsolete Einrichtung vertretbar?
Eine von der deutschen Bundesregierung eingesetzte Enquete-Kommission schloss 1998 ihre Arbeit über sog. Sekten und Psychogruppen ab. Im Schlussbericht wurde in einer offiziellen Presseaussendung Entwarnung gegeben.
FAZIT: "Sekten" stellen keine wesentliche Gefahr für unsere Gesellschaft dar. Die Enquete-Kommission ruft außerdem zu einer toleranteren Haltung gegenüber religiösen Minderheiten auf und hebt sogar den positiven Einfluss, den viele dieser Gruppierungen auf die moderne Gesellschaft haben können, hervor. Weiters regt sie an, in Zukunft den abwertenden, negativen Sammelbegriff "Sekte" nicht mehr zu verwenden.
Leider hat das österreichische Sozialministerium bis dato (7 Jahre danach) noch nichts von diesen Erkenntnissen berücksichtigt.
Frau Haubner wäre gut darin beraten, den Etat, der jährlich für die Sektenstelle ausgegeben wird, für einen guten Zweck zu sparen. Wie wär's mit einer vernünftigen Enquete nach deutschem Muster?
Eine empirische Studie von unabhängigen Experten wäre nicht nur wünschenswert, sondern sogar notwendig. Dadurch könnte sich die leidselige "Sektendiskussion" endlich von der Meinungsebene auf die Ebene der Fakten hin bewegen. Tausende der derzeit stigmatisierten Familien aus religiösen Minderheiten würden der Ministerin dafür dankbar sein. Außerdem wäre es ein substantieller Beitrag zum sozialen Frieden in unserer Gesellschaft.
Hier die Stellungnahme von Sahaja Yoga
zum
Presse-Artikel
vom 17.3. über den Sektenbericht der Bundessektenstelle:
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Sahaja Yoga Österreich An Betrifft: Die Presse vom 17.03.2006 „Sekten boomen“ und "Esoterisch angehauchte Sekten im Aufwind“ Sehr geehrte Damen und Herren Es stimmt; trotz langjähriger Versuche diverser österreichischer
Sektenstellen, dem Ruf von Sahaja Yoga zu schaden,
erfreut sich Sahaja Yoga größter Beliebtheit;hunderte und tausende von Menschen
nutzen das kostenlose und zwanglose Angebot von Kursen
und Meditationsveranstaltungen und empfinden die tägliche
Praxis von Sahaja Yoga als wertvolle Bereicherung ihres Alltagslebens. Auch stimmt es, dass durch Sahaja Yoga oft viele internationale
Freundschaften geknüpft werden. Dass Herr Müller von der
Bundessektenstelle Sahaja Yogis als besonders
reisefreudig bezeichnet, finden wir amüsant – allerdings möchten wir
dazu anmerken, dass Sahaja Yogis nicht nur in den Osten, sondern durchaus
auch in den Süden, z.B. nach Afrika oder in den Westen,
also z.B nach Amerika reisen, um an internationalen
Sahaja Yoga Veranstaltungen teilzunehmen. Auch ist es
bekannt, dass unter Sahaja Yogis ein hoher Anteil an interkulturellen und
multiethnischen Eheschließungen stattfindet, wobei es durchaus vorkommen
kann, dass bei einer indischen Hochzeitszeremonie die
Braut einen Sari trägt. Ob diese Aktivitäten jedoch
gefährlich sind, und es gerechtfertigt ist, für derlei irrelevante
Beobachtungen Unmengen an Steuergeldern für Sektenstellen aufzuwenden,
sei dahingestellt. Wir möchten noch ein paar weitere Richtigstellungen hinzufügen:
Es unrichtig, dass die „Leitung“ von Sahaja Yoga für den
Erfolg von Sahaja Yoga verantwortlich zu zeichnen ist,
vielmehr ist es richtig, dass jeder Sahaja Yoga Praktizierende die
Kundalini-Energie in anderen erwecken kann und die meisten dies auch tun,
und zwar immer unentgeltlich! Es ist auch unrichtig, dass
„neue Mitglieder angeworben“ werden, denn die Praxis von
Sahaja Yoga und die Teilnahme an den kostenlosen Kurse
und Meditationsveranstaltungen ist an keine Mitgliedschaft gebunden. Unrichtig ist auch die Behauptung, dass Kinder ohne Bezugsperson
für neun Monate in gruppeneigene Kindergärten und Schulen
nach Indien geschickt werden, oder wie von Sektenstellen
behauptet, Meditation für Kinder gar gefährlich sei. Im Gegenteil,
wie erste wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, hat Sahaja Yoga
Meditation sehr positive Auswirkungen auf Kinder und
Familien. Es verwundert uns auch die seltsame Feststellung, dass sich
angeblich die Mitglieder in der Öffentlichkeit nicht zu
erkennen geben. Gäbe es in Österreich dazu eine Art
Verpflichtung? Hätte die Sektenstelle vielleicht gerne, dass alle Menschen, die
keiner anerkannten Religion angehören, eine Art
Judenstern am Ärmel tragen? Letztlich wollen wir Frau Sozialministerin Ursula Haubner
freundlich darauf hinweisen, dass ihre Kollegen in
Italien Sahaja Yoga sehr positiv sehen. Die von Shri
Mataji begründete Organisation Vishwa Nirmala Dharma wurde dort vom Sozial-
und Arbeitsministerium für seine Beiträge zur Gesellschaft als
gemeinnützig anerkannt. Von nun an können Italiener in
ihrem Einkommensteuer-Jahresausgleich 0,5% der
Sozialabgaben Sahaja Yoga widmen. Bislang war diese Art von
Zuwendungen nur zu Gunsten der Katholischen Kirche und ein paar wenigen
anderen anerkannten Religionen möglich gewesen. In Italien wird Sahaja
Yoga nicht als Gefahr gesehen, sondern im Gegenteil als
wertvoll für die Gesellschaft anerkannt und gefördert. Mit freundlichen Grüßen Mag. S. Jones
http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=p&ressort=i&id=545877
Haidgasse 7/1
1020 Wien
Die Presse
Parkring 12a
1015 Wien
Es freut uns sehr, dass Sie in Ihrem Beitrag „Esoterisch angehauchte Sekten im
Aufwind“ attestieren, dass Sahaja Yoga boomt!
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Bericht 2004:
Esoterisch angehauchte Sekten im Aufwind
(Die Presse) 17.03.2006
"Sahaja Yoga" wurde laut Sektenbericht in
Beratungsgesprächen am häufigsten thematisiert.
WIEN (lug/APA). Sekten
boomen. Das geht aus dem Sektenbericht 2004 der Bundesstelle für Sektenfragen im
Sozialministerium hervor. Das größte Wachstum verzeichnen "esoterische
Lebenshilfen". Besonders viele Anfragen wurden zur Bewegung "Sahaja Yoga"
gestellt (siehe Grafik). Die Sekte verdrängte sogar Scientology und die Zeugen
Jehovas von den vordersten Plätzen.
"Sahaja Yoga" ist weltweit aktiv. Allerdings sei der Zulauf in Österreich im
Vergleich zu Deutschland stärker, sagt German Müller (Foto),
Geschäftsführer der Sektenstelle. Das liege daran, dass die örtliche Leitung für
Verbreitung sorge. Erst im Februar wurde etwa ein neues Zentrum in der Wiener
Innenstadt eröffnet. Neue Mitglieder werden über Meditations- und Yoga-Kurse
angeworben. "Es wird Instant- Selbstverwirklichung durch ein paar Handbewegungen
versprochen", erklärt Müller. Die Angebote sind kostenlos. Finanzieren dürfte
sich die Gruppe laut Müller aus "Spenden" der Mitglieder.
Gegründet wurde die Sekte von der Inderin Shri Mataji. Problematisch sei, dass minderjährige Kinder ohne Bezugsperson für neun Monate in gruppeneigene Kindergärten und Schulen nach Indien geschickt werden. In diesem Zusammenhang wenden sich besorgte Angehörige auch oft an die Beratungsstelle.
Überhaupt seien die Sekten-Mitglieder sehr reisefreudig, so
Müller. "Es werden oft Brüder und Schwestern im Ausland besucht." Die
österreichischen Anhänger würden vor allem in den Osten reisen - und zu den
Auftritten von Shri Mataji. In der Öffentlichkeit geben sich die Mitglieder
nicht zu erkennen. In der Gruppe selbst trete man häufig in traditionell
indischer Kleidung auf.
Sozialministerin Ursula Haubner betonte am Donnerstag, dass Sekten und Kulte
"heute eine große Gefahr vor allem für Jugendliche sind". Sie warnt vor
Abhängigkeiten.
Weitere Artikel über den "Sektenbericht":
Steigende Besorgnis über Sekten
Kurier - Wien
Sektenbericht 2004 - Interesse an "Sahaja
Yoga"
Kleine Zeitung - Graz