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News 22. 09. 2006
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Qardawi hatte im Fernsehsender "Al Jazeera" gemahnt, die Proteste gegen den Papst müssten gewaltfrei bleiben.
In Pakistan forderten etwa 1.000 radikale muslimische Geistliche und Lehrer den Rücktritt Benedikts XVI. Er habe mit seinen Äußerungen über den Islam "zum Krieg ermutigt und Feindseligkeit geschürt" und müsse deshalb "entlassen werden", zitierte der britische Sender BBC am Freitag aus einer gemeinsamen Erklärung nach einem Treffen in Lahore.
Weiter heißt es darin: "Der Papst und alle Ungläubigen sollten wissen, dass kein Muslim unter keinen Umständen eine Beleidigung des Propheten (Mohammed) hinnehmen kann". Wenn der Westen seine Haltung gegenüber dem Islam nicht ändere, habe er "mit ernsten Konsequenzen" zu rechnen. Das Treffen wurde nach BBC-Angaben von der Gruppe "Jamaat al-Dawat" organisiert. Sie wird von der US-Regierung als Terrororganisation eingestuft.
Das öffentliche Bedauern des Papstes akzeptierte die Gruppe nicht. BBC zitiert den Parlamentsabgeordneten Sajid Mir mit den Worten: "Die Erklärung des Papstes gegen den Propheten Mohammed war nicht unbeabsichtigt". Er habe vielmehr eine "neue und organisierte Front gegen den Islam eröffnet". Muslime sollten sich für den Heiligen Krieg rüsten, denn die "beleidigenden Äußerungen" Benedikts XVI. gegen den Islam folgten Erklärungen von US-Präsident George W. Bush über die Kreuzzüge.
In Genf hat unterdessen der UN-Beauftragte für den Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus die Regensburger Papst-Äußerungen als "zutiefst beunruhigend" bezeichnet. In einem Bericht an den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen schrieb der Senegalese Doudou Diene - selbst ein Muslim -, die Rede sei für sich genommen keine Rechtfertigung von Islamfeindlichkeit. Sie fördere aber die Strömungen, die den Islam und den Terrorismus in eine Schublade stecken wollten.
Benedikt XVI. hätte in der von ihm angeführten Debatte aus dem 14. Jahrhundert beide Seiten darstellen sollen, meinte der senegalesische Jurist. Eine ausgewogene Herangehensweise hätte deutlich gemacht, dass "die Debatte über Gewalt und Religion eine lange kontroverse Geschichte" habe.
Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, der noch bis zum 6. Oktober in Genf tagt, beschäftigte sich auf Antrag von Delegationen islamischer Länder mit den Äußerungen des Papstes. Den Bericht an das Gremium verfassten Diene und der Sonderberichterstatter zur Religionsfreiheit, Asma Jahangir.